schneller bei ihm, als wir Näheren, die wir, ich weiss nicht,warum, eine Sekunde zögerten, uns seiner anzunehmen. Sie hobden Kopf des Bewusstlosen, und seinen Oberleib in mütterli-chen Armen haltend, rief sie zur Seite ins Zimmer hineingegen die annoch Gaffenden:
- Macht*s euch davon allesamt! Ihr habts ja ka Verständ-nis net, ihr Stadtleut, und da k*hert a Verständnis her!
Viel hat er von der ewigen Gnade geredt, der arme Mann, undi weiss net, ob die reicht. Aber ein recht’s ein mensch-lich* s Verständnis, glaubts mir, des reicht für all*s.
Nachschrift
Es ist getan. Ein alter Mann, gebeugt, fast gebrochenvon den Schrecknissen der Zeit, in welcher er schrieb, undvon denen, die den Gegenstand seines Schreibens bildeten,blickt mit schwankender Genugtuung auf den hohen Haufen beleb-ten Papiers, der das Werk seines Fleisses, das Erzeugnisdieser von Erinnerung sowohl wie von Gegenwartsgeschehenerfüllten Jahre ist. Eine Aufgabe ist bewältigt, für dieich von Natur nicht der rechte Mann, zu der ich nicht ge-boren, aber durch Liebe, Treue und Zeugenschaft berufen war.Was diese zu leisten vermögen, was Hingebung vermag, dasist geleistet worden, - ich muss es gut damit sein lassen.
Als ich zur Niederschrift dieser Erinnerungen, der Bio-graphie Adrian Leverkühns, ansetzte, bestand, von Autorswegen, wie von wegen des Künstlertums ihres Helden, nichtdie geringste Aussicht auf ihre öffentliche Bekanntmachung.
An diese wäre jetzt, wo das Staatsungeheuer, das damals denErdteil, und mehr als ihn, in seinen Fangarmen hielt, seineOrgien ausgefeiert hat, wo seine Matadore sich von ihrenÄrzten vergiften und dann mit Gasolin übergiessen und anzün-
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