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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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lation.

- Da aber nun die Zeit ausgelaufen ist, die ich mir einstmit meiner Seele erkauft, hab ich euch von meinem Ende zu mirberufen, günstig liebe Brüder und Schwestern, und euch meingeistlich Hinscheiden nicht wollen verbergen. Bitt euch hier-auf, ihr wollet meiner im Guten gedenken, auch andere, dieich etwa zu laden vergessen, von meineswegen brüderlich grü-ssen und darneben mir nichts für übel halten. Dies allesgesagt und bekannt, will ich euch zum Abschied ein Wenigesaus dem Gefüge spielen, das ich dem lieblich Instrument desSatans abgehört, und das zum Teil die verschmitzten Zindermir vorgesungen.

Er stand auf, bleich wie der Tod.

- Dieser Mann, liess sich da in der Stille die klar arti-kulierende, wenn auch asthmatische Stimme des Dr. Kranichvernehmen, - dieser Mann ist wahnsinnig. Daran kann längstkein Zweifel bestehen, und es ist sehr zu bedauern, dass inunserem Kreise die irrenärztliche Wissenschaft nicht vertre-ten ist. Ich, als Numismatiker, fühle mich hier gänzlichunzuständig.

Damit ging auch er hinaus.

Leverkühn, umgeben von den genannten Frauen, auch vonSchildknapp, Helene und mir, hatte sich an das braune Tafel-klavier gesetzt und glättete mit der Rechten die Blätter derPartitur. Wir sahen Tränen seine Wangen hinunterrinnen undauf die Tasten fallen, die er, nass wie sie waren, in starkdissonantem Akkorde anschlug. Dabei öffnete er den Mund,wie um zu singen, aber nur ein Klagelaut, der mir für immerim Ohre hängen geblieben ist, brach zwischen seinen Lippenhervor; er breitete, über das Instrument gebeugt, die Armeaus, als wollte er es damit umfangen, und fiel plötzlich, wiegestossen, seitlich vom Sessel hinab zu Boden.

Frau Schweigestill, die doch entfernter gestanden, war

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