angeregter Miene an seinem Platze, wie ja nach den Abgängenimmer noch einige zwanzig blieben, wenn auch vielfach schonstehend und anscheinend zur Flucht bereit. Leo Zink hieltboshaft erwartungsvoll die Brauen emporgezogen und sagte"Jessas, na!" wie er zu tun pflegte, wenn er eines anderenBild beurteilen sollte. .Um Leverkühn hatten sich, gleichsamschützend, einige Frauen geschart: Kunigunde Rosenstiel,
Meta Nackedey und Jeanette Scheurl, diese drei. Else Schwei-ge still blieb in der Entfernung.
Und wir hörten;
- So hat der Böse seinen Worten Kraft geben in Treuendurch vier und zwanzig Jahr, und ist alles fertig bis aufsLetzt, unter Mord und Unzucht hab ichs vollendet, und viel-leicht kann gut sein aus Gnade, was in Schlechtigkeit ge-schaffen wurde, ich weiss es nicht. Vielleicht auch siehetGott an, dass ich das Schwere gesucht und mirs habe sauerwerden lassen, vielleicht, vielleicht wird mirs angerechnetund zugute gehalten sein, dass ich mich so befleissigt undalles zähe fertig gemacht,- ich kanns nicht sagen und habenicht den Mut, darauf zu hoffen. Meine Sünde ist grösser,denn dass sie mir könnte verziehen werden, und ich habe sieauf Höhest getrieben dadurch, dass mein Kopf spekulierte,der zerknirschte Unglaube an die Möglichkeit der Gnade undVerzeihung möchte das Allerreizendste sein für die ewige Gü-te, wo ich doch einsehe, dass solche freche Berechnung dasErbarmen vollends unmöglich macht. Darauf aber fussend, gingich weiter im Spekulieren und rechnete aus, dass diese letzteVerworfenheit der äusserste Ansporn sein müsse für die Güte,ihre Unendlichkeit zu beweisen. Und so immer fort, also,dass ich einen verruchten Wettstreit trieb mit der Güte dro-ben, was unausschöpflicher sei, sie, oder mein Spekulieren,
- da seht ihr, dass ich verdammt bin, und ist kein Erbarmenfür mich, weil ich ein jedes im Voraus zerstöre durch Speku-
743