eine Tat ist genug, auch ohne ausdrückliche Huldigung. Dennes war nur ein Schmetterling und eine "bunte Butterfliege,Hetaera Esmeralda, die hatt es mir angetan durch Berührung,die Milchhexe, und folgte ihr nach in den dämmernden Laüb-schatten, den ihre durchsichtige Nacktheit liebt, und woich sie haschte, die im Plug einem windgeführten Blüten-blatt gleicht, haschte sie und koste mit ihr, ihrer Warnungzum Trotz, so war es geschehen. Denn wie sie mirs angetan,so tat sie mirs an und vergab mir in der Liebe - da war icheingeweiht und die Versprechung geschlossen.
Ich zuckte zusammen, denn hier gab es eine Zwischenstim-me aus dem Auditorium, - die des Dichters Daniel Zur Höhein seinem Priesterkleide, der mit dem Fusse aufschlug undhämmernd urteilte:
- Es ist schön. Es hat Schönheit. Recht wohl, rechtwohl, man kann es sagen!
Einige zischten, und auch ich wandte mich missbilligendgegen den Sprecher, da ich ihm doch heimlich dankbar war fürseine Worte. Denn obgleich albern genug, rückten sie, was wirhörten, unter einen beruhigenden und anerkannten Gesichts-winkel, den ästhetischen nämlich, der, so imangebracht erwar, und so sehr er mich ärgerte, doch auch mir selbst einegewisse Erleichterung schuf. Denn mir war, als ginge eingetröstetes "Ach so!" durch die Gesellschaft, und eine Dame,Frau Verleger Radbruch, fand sich durch Zur Höhes Worte zudem Ausspruch ermutigt:
- Man glaubt, Poesie zu hören.
Ach, man glaubte das nicht lange, die schönselige Auffas-sung, so bequem sie sich anbot, war nicht haltbar, dies hattenichts zu tun mit Dichter Zur Höhes steilem Jux von Gehorsam,Gewalt, Blut und Plünderung der Welt, es war stiller undbleicher Ernst, war Bekenntnis und Wahrheit, die zu vernehmenein Mensch in letzter Seelennot seine Mitmenschen zusammen-
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