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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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man zu grossem Pürnehmen und Werk niemands sonsten kann brau-chen und haben, denn ihn.

Jetzt herrschte peinlich gespannte Stille im Saal. We-nige waren, die noch gemächlich zuhörten, dagegen sah manviele hochgezogene Brauen und Gesichter, in denen zu lesenwar: Wo will das hinaus und wie steht es hier? Hätte er ein-mal gelächelt oder geblinzelt, -um seine Worte als Künstler-mastifikation zu kennzeichnen, so wäre noch halbwegs alles gutgewesen. Aber er tat's nicht, sondern sass da in bleichemErnst. Einige blickten fragend nach mir, wie denn das nungemeint sei, und wie ich's verantworten wollte; und viel-leicht hätte ich einschreiten und die Versammlung auflösensollen - aber mit welcher Begründung? Es gab nur entwürdi-gende und preisgebende, und ich fühlte, dass ich den Dingenihren Lauf lassen müsse, in der Hoffnung, er möchte bald ausseinem Werk zu spielen beginnen und Töne geben statt Worte.

Nie hatte ich stärker den Vorteil der Musik, die nichts undalles sagt, vor der Eindeutigkeit des Wortes empfunden, ja,die schützende Unverbindlichkeit der Kunst überhaupt, imVergleich mit der blossstellenden Krudheit des unübertragenenGeständnisses. Dieses aber zu unterbrechen, ging mir nichtnur gegen die Ehrfurcht, sondern es verlangte mich auch ausganzer Seele, zu hören, mochten auch unter denen, die mitmir hörten, nur ganz wenige sein, die es wert waren. Haltetnur aus und hört, sprach ich im Geist zu den anderen, da ereuch nun .einmal alle als seine Mitmenschen geladen hat!

Nach einer Pause des Nachdenkens fing der Freund wiederan:

- Glaubt nicht, liebe Brüder und Schwestern, dass ichzur Promission und Errichtung des Pakts eines Wegscheids imWalde und viel Zirkel und grobe Beschwörung bedurft hätte,da ja schon Sankt Thomas lehrt, dass es zum Abfall nichtWorte braucht, mit denen Anrufung stattfindet, sondern irgend

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