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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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da ich euch aus der Einöde dieses Schlupfwinkels geschriebenund gerufen, auch rufen und laden lassen durch meinen herzlichgetreuen Famulus und special Freund, welches mich noch zuerinnern weiss unsers Schulgangs von Jugend auf, da wir zuHallen mit einander studierten, doch davon, und wie Hochmutund Greuel schon anhuben bei diesem Studieren, weiter herabin meinem Sermoni.

Hierbei blickten viele schmunzelnd nach mir, der ich dochvor Rührung nicht lächeln konnte, da es dem Teueren garnichtgleich sah, dass er meiner mit so weicher Erinnerung gedach-te. Aber gerade dies, dass sie Tränen in meinen Augen sahen,belustigte die Meisten; und ich erinnere mich mit Widerwil-len, dass Leo Zink seine grosse, von ihm viel verspotteteITase laut in sein Schnupftuch schneuzte, um meine sichtlicheBewegung zu karrikieren, womit er auch wieder einiges Eichernfür sich gewann. Adrian schien es nicht wahrzunehmen.

- Muss mich, fuhr er fort, - zuvörderst auch für euchentschüldigen (er verbesserte sich und sagte: "entschuldi-gen", wiederholte dann aber; "entschüldigen") und euch bit-ten, dess nicht Beschwerung zu tragen, dass unser Hund Prä-stigiar, er wird wohl Suso genannt, heisst aber in WahrheitPrästigiar, sich so übel gehube und euch ein so hellisch Ge-kleff und Geplerr vor den Ohren gemacht, da ihr euch dochum meinetwillen habt solcher Mühe und Beschwer unterwunden.

Wir hätten jedem von euch ein überhohes Pfeifchen, hörbarnur dem Hunde, sollen einhändigen, dass er schon von Weitemverstanden hätte, es kommen nur gute gebetene Freunde, mitBegeren von mir zu hören, was ich unter seiner Wache getan,und wie ichs all die Jahre her getrieben*

Über das Pfeifchen wurde wieder von einigen Seiten höflichetwas gelacht, wenn auch mit Befremden. Er aber ging weiterund sprach:

- Hun habe ich zu euch eine freundliche, christliche Bitt,

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