stockenden Sprechweise, die ich jetzt an ihm kannte, dasWort an die Versammelten zu richten - im Sinn einer Begrü-ssungsansprache, wie mir anfangs schien; und es war zu Beginnauch dergleichen. Ich überwinde mich, hinzuzufügen, dass ersich bei seiner Rede öfters versprach und - zu meiner Qual,ich grub die Nägel darob in meine Handflächen - bei dem Ver-such, den lapsus zu verbessern, in einen neuen verfiel, wes-halb er später dieser Fehlleistungen einfach nicht mehr achthatte und darüber hinwegging. Übrigens hätte ich mich vonallerlei Regellosigkeiten in seiner Ausdrucksweise nicht sosehr sollen vergrämen lassen, denn er bediente sich beimReden, wie er es ja auch schriftlich immer gern getan, zumTeil einer Art von älterem Deutsch, und dabei hat es mit Män-geln und ungeschlossenem Satzbau immer eine fragliche undlässliche Bewandtnis, denn wie lange ist es her, dass unsereSprache dem Barbarischen entwachsen und grammatisch wie nachder Rechtschreibung leidlich geordnet ist!
Er begann sehr leise und murmelnd, sodass die Wenigstenseine Anrede verstanden, noch sich etwas daraus machten,oder sonst sie als launige Scherzfloskel nahmen, da sie un-gefähr lautete wie:
- Achtbar, insonders liebe Brüder und Schwestern.
Danach schwieg er eine Weile, wie nachdenkend, die Wange
bei aufgestütztem Ellbogen gegen die Hand gelehnt. Was folg-te, wurde ebenfalls als launig einleitend und zur Heiterkeiteinladend aufgefasst, und obgleich die Unbeweglichkeit sei-ner Züge, die Müdigkeit seines Blicks und seine Blässe demwidersprachen, ging hier noch ein entgegenkommendes lachen,leichthin durch die Hase oder auch als Gekicher der Damenim Saale um.
- Erstlich,sagte er, - will ich mich gegen euch bedanken sbeide der Gunst und Freundschaft, von mir verdient, so ihrmir erweisen wollen durch euer Hereinkommen zu Fuss und Wagen,