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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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weiterzugeben, wieder andere aber aus sachlicher Neugiersich selbst einluden, d.h. durch mich oder sonst ein Mitglieddes engeren Kreises um Zulassung baten. Denn es hatte jaAdrian auf seinen Karten wissen lassen, er wünsche, einergünstigen Freundesversammlung von seinem neuen, eben voll-endeten chorisch-symphonischen Werk ein Bild zu geben durchden Klaviervortrag einiger charakteristischer Partie«n da-raus; und dafür interessierten sich auch manche Personen,die er nicht zu laden beabsichtigt hatte, wie z.B. die Hero-ine Tanja Orlanda und der Tenor Herr Kjöjelund, die sich durchSchlaginhaufens einführen liessen, und etwa der VerlegerRadbruch nebst seiner Frau, die sich hinter Schildknapp ge-steckt hatten. Handschriftlich eing&laden hatte er übrigensauch Baptist Spengler, obgleich dieser, wie Adrian eigent-lich hätte wissen müssen, schon seit anderthalb Monaten nichtmehr unter den Lebenden weilte. Der geistreiche Mann war,erst Mitte der Vierziger, bedauerlicher Weise seinem Herzlei-den erlegen.

Mir, ich bekenne es, war bei der ganzen Veranstaltungnicht wohl zu Mute. Warum, ist schwer zu sagen. Dieses Her-anziehen einer grossen Anzahl ihm grösstenteils innerlichwie äusserlich sehr fern stehender Menschen an den Ort seinerZurückgezogenheit, zu dem Behuf, sie in sein einsamstes Werkeinzuweihen, passte im Grunde zu Adrian nicht; es missbehag-te mir nicht so wohl an und für sich, als weil es mir alseine ihm fremde Handlungsweise erschien, - und an und fürsich widerstand es mir auch. Aus welchem Grunde nun immer -und ich meine wohl, ich habe ihn angedeutet, den Grund, -es war mir im Herzen lieber, ihn allein zu wissen in seinemRefugium, gesehen nur von seinen menschlich gesinnten, ihmrespektvoll anhänglichen Wirtsleuten und von uns Wenigen,Schildknapp, der lieben Jeanette, den verehrenden FrauenRosenstiel und Nackedey und mir selbst - als dass nun die

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