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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Negativ jenes Überganges der Symphonie in den Vokal-Jubel,es ist die Zurücknahme...

Mein armer, grosser Freund! Wie oft habe ich, in demWerk seines Nachlasses, seines Unterganges lesend, das so-viel Untergang seherisch vorwegnimmt, der schmerzhaften Wor-te gedacht, die er beim Tode des Kindes zu mir sprach: desWortes, es solle nicht sein, das Gute, die Freude, die Hoff-nung, das solle nicht sein, es werde zurückgenommen, man müs-se es zurücknehmen! Wie steht dieses "Ach, es soll nicht

sein", fast einer musikalischen Weisung und Vorschrift

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gleich, über den Chor- und Instrumentalsätzen von "D. FaustiWeheklag", wie ist es in jedem Takt und Tonfall dieses "Lie-des an die Trauer", beschlossen! Kein Zweifel, mit dem Blickauf Beethovens "Neunte", als ihr Gegenstück in des Wortesschwermütigster Bedeutung ist es geschrieben. Aber nichtnur, dass es diese mehr als einmal formal zum Negativenwendet, ins Negative zurücknimmt: es ist darin auch eineNegativität des Religiösen, - womit ich nicht meinen kann:dessen Verneinung. Ein Werk, welches vom Versucher, vomAbfall, von der Verdammnis handelt, was sollte es anderessein, als ein religiöses Werk! Was ich meine, ist eine Um-kehrung, eine herbe und stolze Sinnverkehrung, wie wenig-stens ich sie zum Beispiel in der "freundlichen Bitt" desD. Faustus an die Gesellen der letzten Stunde finde, siemöchten sich zu Bette begeben, mit Ruhe schlafen und sichnichts anfechten lassen. Schwerlich wird man umhinkönnen,im Rahmen der Kantate, diese Weisung als den bewussten undg- e -.wollten Revers zu dem "Wachet mit mir!" von Gethsemanezu erkennen. Und wiederum: Der "Johannstrunk" des Schei-denden mit den Freunden hat durchaus rituelles Gepräge, alsein anderes Abendmahl ist er gegeben. Damit aber verbindetsich eine Umkehrung der Versuchungsidee, dergestalt, dassFaust den Gedanken der Rettung als Versuchung zurückweist, -

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