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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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auf Ton und Geist des Madrigals geschehen, und ein ganzerSatz, der Zuspruch der Freunde beim Mahle der letzten Nacht,ist in korrekter Madrigalform geschrieben.

Aufgeboten aber, im Sinne des Resümees geradezu, werdendie erdenklichsten ausdrucktragenden Momente der Musik über-haupt: nicht als mechanische Nachahmung und als ein Zurück-gehen, versteht sich, sondern es ist wie ein allerdings bewusstes Verfügen über sämtliche AusdrucksCharaktere, die sichin der Geschichte der Musik je und je niedergeschlagen, unddie hier in einer Art von alchimistischem Destillationspro-zess zu Grundtypen der Gefühlsbedeutung geläutert und aus-kristallisiert werden. Man hat da den tief aufholenden Seuf-zer bei solchen Worten, wie: "Ach, Fauste, du verwegenesund nicht werdes Herz, ach, ach, Vernunft, Mutwill, Vermes-senheit und freier Will...", die vielfache Bildung von Vorhal-ten, wenn auch nur als rhythmisches Mittel noch, die melo-dische Chromatik, das bange Gesamtschweigen vor einem Phrasen-anfang, Wiederholungen wie in jenem "Lasciatemi", die Dehnungvon Silben, fallende Intervalle, absinkende Deklamation -unter ungeheueren Kontrastwirkungen wie dem tragischen Chor-Einsatz, a capella und in höchster Kraft, nach der orchestral,als grosse Ballettmusik und Galopp von phantastischer rhyth-mischer Vielfalt gegebenen Höllenfahrt Fausti, - einem über-wältigenden Klage-Ausbruch nach einer Orgie infernalischerLustigkeit.

Diese wilde Idee des Niedergeholtwerdeis als Tanz-Furiosoerinnert noch am meisten an den Geist der "Apocalipsis cumfiguris", - daneben etwa noch das grässliche, ich stehe nichtan zu sagen: cynische chorische Scherzo, worin "der böseGeist dem betrübten Fausto mit seltsamen spöttischen Scherz-reden und Sprichwörtern zusetzt", - mit diesem fürchterli-chen "Drumb schweig, leid, meyd und vertrag, dein Unglückkeinem Menschen klag, es ist zu spat, an Gott verzag, dein

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