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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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sind. Alle aber gehen, als auf das Thema, auf eine höchstbildsame Grundfigur von Tönen zurück, die durch eine bestimm-te Stelle des Textes gegeben ist.

Man erinnert sich ja, dass in dem alten Volksbuch, dasLeben und Sterben des Erzmagiers erzählt und dessen Abschnit-te Leverkühn sich mit wenigen entschlossenen Griffen zurUnterlage seiner Sätze zurechtgefügt hat, der Dr. Faustus,als sein Stundenglas ausläuft, seine Freunde und vertrautenGesellen, "Magistros, Baccalaureos und andere Studenten"nach dem Dorfe Rimlich nahe Wittenberg lädt, sie dort denTag über freigebig bewirtet, zur Rächt auch noch einen"Johannstrunk" mit ihnen einnimmt und ihnen dann in einerzerknirschten, aber würdigen Rede sein Schicksal, und dassdessen Erfüllung nun unmittelbar bevorsteht, kund und zuwissen tut. In dieser "Oratio Pausti ad Studiosos" bitteter sie, seinen Leib, wenn sie ihn tot und erwürgt finden,barmherzig zur Erde zu bestatten; denn er sterbe, sagt er,als ein böser und guter Christ: ein guter kraft seiner Reue,und weil er im Herzen immer auf Gnade für seine Seele hoffe,ein böser, sofern er wisse, dass es nun ein grässlich Endmit ihm nehme und der Teufel den Leib haben wolle und müsse. -Liese Worte: "Denn ich sterbe als ein böser und guter Christ",bilden das Generalthema des Variationenwerks. Zählt man sei-ne Silben nach, so sind es zwölf, und alle zwölf Töne derchromatischen Skala sind ihm gegeben, sämtliche denkbarenIntervalle darin verwandt. Längst ist es musikalisch vor-handen und wirksam, bevor es an seinem Orte von einer Chor-gruppe, die das Solo vertritt - es gibt kein Solo im "Pau-stus" - textlich vorgetragen wird, ansteigend bis zur Mitte,dann absinkend im Geist und Tonfall des Monteverdi*sehenLamento-*- Es liegt zum Grunde allem, das da klingt, - besser:es liegt, als Tonart fast, hinter allem und schafft die Iden-tität des Vielförmigsten, - jene Identität, die zwischen dem