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zen, seine Idee eines "strengen Satzes" entwickelte, abgelei-tet aus der Art, wie in dem Liede "0 lieb Mädel, wie schlechtbist du" Melodie und Harmonie von der Abwandlung eines fünf-tönigen Grundmotivs, des Buchstabensymbols h e a e es, be-stimmt sind. Er liess mich das "magische Quadrat" einesStils oder einer Technik erblicken, die noch die äussersteMannigfaltigkeit aus identisch festgehaltenen Materialienentwickelt und in der es nichts Unthematisches mehr gibt,nichts, was sich nicht als Variation eines immer Gleichenausweisen könnte. Dieser Stil, diese Technik, so hiess es,liessen keinen Ton zu, nicht einen, der nicht in der Gesamt-konstruktion seine motivische Punktion erfüllte, - es gäbekeine freie Note mehr.
Nun, habe ich nicht, als ich von Leverkühns apokalyptischemOratorium ein Bild zu geben suchte, auf die substanzielleIdentität des Seligsten mit dem Grässlichsten, die innereEinerleiheit des Engelskinder-Ohors mit dem Höllengelächterhingewiesen? Da ist, zum mystischen Schrecken des Bemerken-den, eine formale Utopie von schauerlicher Sinnigkeit ver-wirklicht, die in der Faust-Kantate universell wird, das Ge-samtwerk ergreift und es, wenn ich so sagen darf, vom Thema-tischen restlos verzehrt sein lässt. Dies riesenhafte "La-mento" (seine Dauer beträgt ca. 5/4 Stunden) ist recht ei-gentlich undynamisch, entwicklungslos, ohne Drama, so, wiekonzentrische Kreise, die sich vermöge eines ins Wasser gewor-fenen Steins, einer um den anderen, ins Weite bilden, ohneDrama und immer das Gleiche sind. Ein ungeheueres Variati-onswerk der Klage - negativ verwandt als solches dem Finaleder Neunten Symphonie mit seinen Variationen des Jubels -breitet es sich in Ringen aus, von denen jeder den anderenunaufhaltsam nach sich zieht: Sätzen, Gross-Variationen,die den Texteinheiten oder Kapiteln des Buches entsprechenund in sich selbst wieder nichts anderes als Variationenfolgen
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