Kalmierungen und Herabsetzungen, nicht an das Bromural den-ken, das im Hause ist.
Auf meinen bittenden Trost antwortete er wieder nur:
- Spar dir‘s, spar dir’s und mach dein Kreuz! Da obengeht's zu. Mach's nicht für dich nur, sondern gleich auchfür mich und meine Schuld! - Welche Schuld, welche Sünde,welch ein Verbrechen - und er sass nun wieder am Schreib-tisch, die Schläfen zwischen den geschlossenen Händen, -
dass wir ihn kommen Hessen, dass ich ihn in meine Nähe liess,dass ich meine Augen an ihm weidete! Du musst wissen, Kin-der sind aus zartem Stoff, sie sind gar leicht für giftigeEinflüsse empfänglich...
Nun war ich es wahrhaftig, der aufschrie ■und ihm entrü-stet das Wort verbot.
- Adrian, nein! rief ich. - Was tust du dir an und quälstdich mit was für absurden Selbstbezichtigungen einer blin-den Schickung wegen, die das liebe, vielleicht für dieseErde zu liebe Kind hätte ereilen können, wo es auch war!
Sie mag uns das Herz zerreissen, soll uns aber nicht der Ver-nunft berauben. Du hast ihm nichts als Liebes und Gutes
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getan...
Er winkte nur ab. Ich sass bei ihm wohl eine Stunde undsprach ihn hie und da leise an, worauf er Antworten murmelte,die ich kaum verstand. Dann sagte ich, ich wollte unserenKranken besuchen.
- Tu* das nur, erwiderte er und fügte hartherzig hinzu:
- Aber red' ihn nicht an, wie damals, mit "Nun, mein Jung',immer brav" und so weiter. Erstens hört er dich nicht, unddann wär's wohl überhaupt gegen den humanistischen Geschmack.
Ich wollte gehen, aber er hielt mich auf, indem er michbei meinem Nachnamen rief: "Zeitblom!", was ebenfalls sehrhart klang. Und als ich mich umwandte:
- Ich habe gefunden, sagte er, - es soll nicht sein.
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