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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Erden noch Neuen, halb Fremden und Unbewanderten zugesteht.Er sagte uns, wir sollten "absitzen" (der Schweizer braucht"absitzen" und "abliegen" für unser Sich setzen und -legen);und so taten wir, nahmen den Elfen in unsere Mitte im Graseund schauten mit ihm in sein Bilderbuch, das unter der imLaden angebotenen Kinderliteratur wohl noch zum Annehmbar-sten gehört hatte: mit Schildereien im englischen Geschmack,einer Art von Kate Greenaway-Stil und garnicht unebenen Rei-men dazu, die Nepomuk (ich nannte ihn immer so und nicht"Echo", was mir idiotischerweise als poetische Verweichli-chung erschien) fast sämtlich schon auswendig wusste unduns "vorlas", indem er mit dem Fingerchen an ganz falscherStelle die Zeilen entlang fuhr.

Das Merkwürdige ist, dass auch ich noch heute diese "Ge-dichte" auswendig weiss, nur weil ich sie einmal - oder mö-gen es mehrere Male gewesen sein? - von seinem Stimmchenund in seiner fabelhaften Betonung gehört habe. Wie gutweiss ich immer noch das von den drei Orgelmännern, die sichan einer Strassenecke trafen, und von denen einer dem ande-ren gram war, sodass keiner vom Flecke wich. Ich könnte esjedem Kinde wieder vorsagen, aber entfernt so gut nicht, wieEcho es tat, was bei diesem Ohrensclimaus die Nachbarschaftauszustehen hatte. Die Mäuse hielten Fasten ab, die Rattenzogen aus! Zum Schlüsse hiess es:

"Wer das Konzert zu End 1 gehört,das war ein junger Hund,und als der Hund nach Hause kam,da war er nicht gesund."

Man müsste das bekümmerte Kopfschütteln sehen, mit dem derKleine, die Stimme traurig senkend, das Übelbefinden desHundes aussagte. Oder man musste die zierlichen Grandezzabeobachten, mit der er zwei wunderliche kleine Herrschaftenam Meeresstrand sich begrüssen liess: