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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Damit streckte er sein Händchen nach der Schwester aus,damit sie ihn hineinführe. In diesem Augenblick aber tratAdrian, der geruht und sich inzwischen fertig gemacht hatte,selbst auf den Hof hinaus, um seiner Nichte Willkommen zubieten.

- Und dies ist, sagte er, nachdem er das junge Mädchenbegrüsst und sich über ihre Ähnlichkeit mit der Mutter aus-gelassen hatte, - und dies ist unser neuer Hausgenosse?

Er hielt Nepomuks Hand und blickte, schnell versunkenin das süsse Licht dieser in azurnem Lächeln zu ihm aufge-schlagenen Augensterne.

- Nun, nun, sagte er nur, indem er der Bringerin langsamzunickte und dann zu dem Anblick zurückkehrte. Niemandemkonnte seine Bewegung entgehen, auch dem Kinde nicht, undstatt dreist zu klingen, hatte es etwas rücksichtsvoll Ver-tuschendes, treuherzig Beschwichtigendes und die Sache zumSchlichten und Freundschaftlichen Auslegendes, als Scho -und dies war das erste Wort, das er zu dem Onkel sprach -einfach feststellte:

- Gelt, da freust du dich, dass ich gekommen bin.

Alles lachte, auch Adrian.

- Das will ich meinen! erwiderte er. - Und ich hoffe,du freust dich auch, uns alle kennen zu lernen.

- Es ist eine wohl-lustbarliehe Begegnig, sagte das Knäb-chen wundersam.

Wieder wollten die Umstehenden herauslachen, aber Adrianlegte, den Kopf gegen sie schüttelnd, den Finger auf denMund.

- Man muss doch, sagte er leise - das Kind nicht mit Ge-lächter verwirren. Ist auch kein Grund zum Lachen, was mei-nen Sie, Mutter? wandte er sich an Frau Schweigestill.

- Gar ka Grund! antwortete sie mit übertrieben festerStimme und führte den Zipfel ihrer Schürze zum Auge.

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