wunderlicher Verfehlung der Mitlaute sich selber nannte,war sehr schlicht-sommerlich und kaum städtisch gekleidet:in ein weiss-baumwollenes Hemd-Jäckchen mit kurzen Ärmeln,ganz kurze Leinenhöschen und ausgetretene Lederschuhe an denblossen Füssen. Trotzdem war einem bei seinem Anblick nichtanders, als sähe man ein Elfenprinzchen. Die zierlicheVollendung der kleinen Gestalt mit den schlanken, wohlge-formten Beinchen; der unbeschreibliche Liebreiz des läng-lich ausladenden, von blondem Haar in unschuldiger Wirrnisbedeckten Köpfchens, dessen Gesichtszüge, so kindlich siewaren, etwas Ausgeprägt-Fertiges und Gültiges hatten, sogarder unsäglich holde und reine, zugleich tiefe und neckischeAufschlag der langbewimperten Augen von klarstem Blau, -nicht einmal so sehr dies alles war es, was jenen Eindruckvon Märchen, von Besuch aus niedlicher Klein- und Feinwelthervorrief. Hinzu kam das Stehen und Gehaben des Kindesunter dem umringenden, lachenden, sowohl leise Jubelrufe wieSeufzer der Rührung ausstossenden Grossvolk, sein selbstver-ständlich von Koketterie und Wissen um seinen Zauber nichtganz freies Lächeln, Antworten und Bedeuten, das etwas lieb-lich Lehrendes und Botenhaftes hatte, das Silberstimmchender kleinen Kehle und dieses Stimmchens Rede, die, noch mitkindlichen Fehllauten wie "iss!' und "nisst" untermischt, denvom Vater ererbten und von der Mutter früh übernommenen,leicht bedächtigen, leicht feierlich schleppenden und bedeut-samen schweizerischen Tonfall, mit Zungen-r und drollig stok-kender Silbenfolge, wie "stut-zig" und "schmut-zig", hatte,und die das Männchen, wie ich es nie bei Kindern gesehen,mit erläuternden, aber, weil sie oft nicht recht dazu pass-ten, seine Worte eher verwischenden und verfremdenden unddabei höchst anmutigen, vag ausdrucksvollen Gebärden seinerÄrmchen und Spielhändchen begleitete.
Dies, beiläufig, ist Nepo Schneideweins - ist, wie nach