(während der fünfzehnjährige Raimund nodizur Schule ging),hatte nun zugleich den natürlichen Beruf, ihrem Vater in Ab-wesenheit der Mutter den Haushalt zu führen und würde allerVoraussicht nach zu beschäftigt sein, um auch noch die Be-aufsichtigung des kleinen Bruders über sich nehmen zu kön-nen. Ursula hatte Adrian ins Bild gesetzt, ihm geschrieben,wie der Arzt eine sehr glückliche Lösung darin sehen würde,wenn der kindliche Rekonvaleszent einige Zeit in oberbayri-scher Landluft verbringen könnte, und ihn gebeten, seineWirtin für den Gedanken zu stimmen, eine gemessene Zeit langbei dem Kleinen Mutter- oder Grossmutterstelle zu vertreten.Dazu war Else Schweigestill, unter dem Zureden Clementinesobendrein, gern bereit gewesen, und während also, Mitte Junidieses Jahres, Johannes Schneidewein seine Brau ins Harzgebir-ge begleitete, in dieselbe Kuranstalt nahe Suderode, die ihrschon einmal gut getan, fuhr Rosa mit ihrem Brüderchen gen Sü-den und brachte ihn in den Schoss von ihres Oheims zweitenElternhaus,
Ich war nicht zugegen bei der Ankunft der Geschwister aufdem Hof, aber Adrian hat mir die Szene geschildert, wie dasganze Hausvolk, Mutter, Tochter, Erbsohn, Mägde und Knechtein hellem Entzücken, vor Freude lachend, den Kleinen umstan-den und sich nicht satt sehen konnten an soviel Lieblichkeit.Besonders die Frauen, natürlich, und wieder die dienend-volks-tümlichen am rückhaltlosesten, waren schier aus dem Häuschen,beugten sich mit gerungenen Händen zu dem Männlein herab,hockten nieder bei ihm •und riefen Jesus, Maria und Josephan ob des schönen Buben - unter dem nachsichtigen Lächelnseiner grossen Schwester, der man es anmerkte, dass sie nichtsanderes erwartet hatte -und der allgemeinen Verliebtheit inden Jüngsten ihres Hauses gewöhnt war.
Nepomuk, oder "Nepo", wie die Seinen ihn riefen, oder"Echo", wie er, schon seit er zu lallen begonnen hatte, in
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