ihres Jüngsten, des kleinen Nepomuk, verging, war Ursula denIhren eine unbekümmert tätige Gattin und Mutter, obgleichdie Hungerjahre während des Krieges und nachher ihre Gesund-heit zu keiner rechten Blüte komme'n Hessen, häufige Erkäl-tungen, die mit blossem Schnupfen begannen und sich dannregelmässig in die Bronchien senkten, sie heimsuchten undihr Aussehen (worüber eine gutwillig frohe und umsichtigeMiene hinwegtäuschen konnte) wenn nicht leidend, so dochzart und blässlich blieb.
Die Schwangerschaft von 1923 schien ihre Vitalität eherzu heben, als dass sie sie beeinträchtigt hätte. Von derEntbindung dann freilich erholte sie sich mühsam, und diefiebrigen Störungen, die vor zehn Jahren zu dem Kur-Aufent-halt geführt hatten, flackerten wieder auf. Schon damalswar von einer erneuten Unterbrechung ihres Hausfrauendaseinszum Zweck spezifischer Pflege die Rede, aber, wie ich mitBestimmtheit vermute, unter dem Einfluss psychischer Wohltat,des Mutterglücks, der Freude an ihrem Söhnchen, das dasfriedlich-freundlichste, liebenswürdigste, leichtest zu war-tende Baby von der Welt war, gingen die Symptome wiederzurück, und durch Jahre hielt die tapfere Frau sich rüstig,
- bis zum Mai 1928, als der fünfjährige Nepomuk, recht hef-tig, die Masern bekam und die angstvolle Betreuung des aus-nehmend geliebten Kindes bei Tag und Nacht zu einer schwerenBelastung ihrer Kräfte wurde. Sie selbst erlitt einen An-fall der Krankheit, nach welchem die Temperaturschwankungen,der Husten nicht weichen wollten, sodass der behandelndeArzt nun einen Anstaltsaufenthalt, den er ohne falschen Op-timismus von vornherein auf ein halbes Jahr bemass, katego-risch beantragte.
Dies brachte Nepomuk Schneidewein nach Pfeiffering. Sei-ne Schwester Rosa nämlich, siebzehnjährig und, wie auch schonder ein Jahr jüngere Ezechiel, in dem optischen Handel tätig
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