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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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dunkel wird".

- "Eine etwas unmilde und zappelige Art von Beleuchtung",fügte er wohl hinzu. - Was denn, ich zappele seihst, es hatmich verteufelt am Wickel und geht mir so dahin, dass mirwohl all mein Leichnam zittert. Einfälle, lieber Freund,sind ein unholdes Gelichter, sie haben heisse Backen, siemachen dir selber auf nicht ganz liebsame Art die Backen heiss.Zwischen Glück und Marter sollte man als Busenfreund einesHumanisten wohl jederzeit säuberlich unterscheiden können...

Und er gab an, dass er zuweilen nicht wisse, ob nicht diefriedliche Unfähigkeit, in der er noch kürzlich gelebt, imVergleich mit der gegenwärtigen Geplagtheit der wünschens-wertere Zustand gewesen.

Ich verwies ihm den Undank. Mit Staunen, Tränen der Freu-de in den Augen und auch mit liebendem Schrecken insgeheimlas und hörte ich von Woche zu Woche, was er - und zwar inreinlich-exakter, ja zierlicher Notation, die keine Spurvon Fahrigkeit aufwies - zu Papier gebracht, - was, wie ersich ausdrückte, "sein Geist und Auerhahn" (er schrieb dasWort "Awerhan") ihm eingesagt und abgefordert hatte. Ineinem Atem, besser gesagt: in einer Atemlosigkeit schrieb erdie drei Stücke nieder, von denen eines genügt hätte, dasJahr seiner Entstehung denkwürdig zu machen, und begann tat-sächlich mit der Aufzeichnung des Trios an demselben Tagenoch, an dem er das zuletzt komponierte "Lento" des Quartettsvollendet. "Es geht", schrieb er mir, als ich einmal 14 Ta-ge lang nicht kommen konnte, "als hätte ich in Krakau studiert",

- eine Redensart, die ich nicht gleich verstand, bis ich mich er-innerte, dass esdie Universität Krakau gewesen war, wo manim 16ten Jahrhundert die Magie öffentlich gelehrt hatte«

Ich kann versichern, dass ich sehr aufmerksam auf solcheStilisierungen seines Ausdrucks lauschte, die er zwar immergeliebt hatte, die aber jetzt häufiger als je, oder soll ich

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