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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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es offenbar zu machen, indem sie die schon das Pflaster bedek-kenden Trümmer mehren. Mein Herz krampft sich in Erbarmenzusammen mit den törichten Gemütern meiner Söhne, die geglaubthaben, wie die Masse des Volkes, geglaubt, gedübelt, geopfertund gekämpft, und nun längst schon, wie Millionen ihrer Art,mit starrenden Augen die Ernüchterung schmecken, die bestimmtist, zu letzter Ratlosigkeit, zu umfassender Verzweiflungzu werden. Mir, der an ihren Glauben nicht glauben, ihrGlück nicht teilen könnte, wird ihre Seelennot sie nichtnäher bringen. Auch zur Last noch werden sie sie mir legen,

- als ob die Dinge anders verlaufen wären, hätte ich ihrenverworfenen Traum mitgeträumt. Gott helfe ihnen. Ich binallein mit meiner alten Helene, die für mein Leiblichessorgt, und der ich zuweilen Abschnitte, denen ihre Schlicht-heit gewachsen ist, aus diesem Schreibwerk vorlese, auf des-sen Beendigung mitten im Untergang all mein Sinnen gerichtetist. -

Die Prophetie des Endes, genannt "Apocalipsis cum figuris",erklang, schneidend und gross, im Februar 1926 zu Frankfurtam Main, ungefähr ein Jahr nach den schreckhaften Vorgängen,die ich zu berichten hatte, und es mochte zum Teil mit derNiedergeschlagenheit Zusammenhängen, die diese ihm hinterlas-sen hatten, dass Adrian sich nicht überv/and, seine üblicheZurückhaltung zu durchbrechen und dem hoch-sensationellen,wenn auch von viel bösem Geschrei und insipidem Gelächterbegleitenden Ereignis bei zuwohnen. Er hat das Werk, einerder beiden Haupt-Wahrzeichen seines herben und stolzen Lebens,niemals gehört, - was allerdings nach allem, was er wohl überdas "Hören" zu sagen pflegte, nicht allzu sehr zu beklagenerlaubt ist. Ausser mir, der ich mich für die Reise freizu machen wusste, war es aus unserem Bekanntenkreise nurdie liebe Jeanette Scheurl, die trotz ihrer geringen Mittelzu der Aufführung nach Frankfurt fuhr und dem Freunde dann zu

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