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wegs aufrecht zu halten ist. Tatsächlich war kein Arzt zurStelle, nicht einer unter so vielen Konzertbesuchem, obgleichdoch Arzte musikalisch zu sein pflegen, schon weil so vieleJuden darunter sind. Ich beugte mich über Rudolf. Sr gabLebenszeichen war aber grässlich getroffen. Unter seinemeinen Auge war ein blutender Einschuss. Andere Kugeln wa-ren ihm, wie sich erwies, in den Hals, die Lunge, die Kranz-gefässe des Herzens gegangen. Er hob den Kopf mit dem Ver-suche, etwas zu sagen, doch traten sogleich blutige Blasenzwischen seinen Lippen hervor, deren sanfte Dicke mir aufeinmal rührend schön erschien, er verdrehte die Augen, undder Kopf fiel hart auf das Holz zurück.
Ich kann nicht sagen, welches jammervolle Erbarmen mitdem Menschen mich fast überwältigend durchdrang. Ich fühlte,dass ich ihn auf eine Weise immer lieb gehabt und muss geste-hen, dass meine Teilnahme weit inniger bei ihm war, als beider Unseligen, in ihrer Gesunkenheit gewiss Bedauernswerten,die durch Leiden und leidbetäubendes, entsittlichendes La-ster zu der abscheulichen Tat bereitet worden war. Ich er-klärte mich als guten Bekannten beider und riet, den Schwer-verletzten hinüber in die Universität zu tragen, bei derenPedell man nach der Sanität, der Polizei telephonieren kön-ne, und wo sich meines Wissens auch eine kleine Unfallsta-tion befinde. Ich ordnete an, dass man die Täterin gleich-falls dorthin bringen solle.
Dies alles geschah. Wir hoben, ein beflissener, bebrill-ter junger Mann und ich, den armen Rudolf zum Wagen hinaus,hinter dem schon zwei oder drei andere Trams sich aufgestauthatten. Aus einer von diesen eilte nun doch ein Arzt, mitInstrumentenköfferchen, zu uns herüber und dirigierte, ziem-lich überflüssig, das Tragewerk. Auch ein Presse-Reporterkam, Erkundigungen einziehend, herzu. Die Erinnerung quältmich, welche Mühe es machte, den Pedell aus seiner Wohnung
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