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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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sich, wie auch die zu seiner Linken, entsetzt von ihm wegbog,während ein allgemeiner Tumult, mehr Flucht und kreischendePanik, als geistesgegenwärtiges Einschreiten, den Wagen erfüll-te und vorn der Wagenführer, Gott weiss, warum, in einemfortwie toll auf die Glocke trat, - mag sein, um einen Schutzmannherbeizurufen. Natürlich war keiner in Hörweite. Ein fastgefährliches Gedränge entwickelte sich in dem zum Stehengekommenen Wagen, da manche Passagiere das Freie suchen woll-ten, andere von den Plattformen, neugierig oder tatenlustig,hereinstrebten. Die beiden Herren, die im Gang gestanden,hatten sich zusammen mit mir auf Ines geworfen - viel zuspät natürlich. Wir brauchten ihr den Revolver nicht zu"entwinden"j sie hatte ihn fallen lassen oder vielmehr vonsich geworfen und zwar in der Richtung ihres Opfers. IhrGesicht war weiss wie ein Blatt Papier, mit scharf umgrenz-ten hochroten Flecken auf den Y/angenknochen. Sie hielt dieAugen geschlossen und lächelte irr, mit gespitztem Munde.

Man hielt sie an den Armen, und ich stürzte hinüber zu Ru-dolf, den man auf der ganz leer gewordenen Bank ausgestreckthatte. Auf der anderen lag blutend und in Ohnmacht die Da-me, auf die er gefallen war, und die einen, wie sich heraus-stellte, harmlosen Streifschuss in den Arm erhalten hatte.

Bei Rudolf standen mehrere Leute, darunter Dr. Kranich, derseine Hand hielt.

- Was für eine entsetzliche, besinnungslose, ■unvernünf-tige Tat! sagte er, bleichen Angesichts, in seiner klaren,akademisch wohlartikulierten und dabei asthmatischen Sprech-weise, indem er das Wort "entsetzlich", wie man es öfters,auch von Schauspielern, hört, "entsetzlich" aussprach. Erfügte hinzu, nie habe er mehr bedauert, nicht Mediziner, son-dern nur Numismatiker zu sein, und wirklich erschien mir indiesem Augenblick die Münzenkunde als die müssigste der Wis-senschaften, noch unnützer, als die Philologie, was keines-