sich mir heraus, dass sich noch andere Bekannte im Wagen be-fanden. Ich tauschte einen Gruss mit Dr. Kranich, der aufSchwerdtfegers Seite, aber weit von ihm bei der rückwärtigenTür seinen Platz hatte. Ein gelegentliches Vorbeugen liessmich zu meiner Überraschung Ines Institoris gewahren, die aufderselben Seite wie ich, mehrere Plätze von mir, gegen dieMitte hin, Schwerdtfegern schräg gegenüber sass. Ich sage:zu meiner Überraschung, denn ihr Heimweg war dies ja nicht.
Da ich aber wieder ein paar Plätze weiter, ihre Freundin,
Frau Binder-Majoresku, bemerkte, die weit draussen in Schwa-bing, noch hinter dem "Grossen Wirt" wohnte, so kalkulier-te ich, dass Ines bei ihr den Abendthee zu nehmen gedachte.
Begreiflich wurde mir nun aber, warum Schwerdtfeger seinenhübschen Kopf meist nach rechts gewandt hielt, sodass sichmir nur sein etwas zu stumpfes Profil bot. Hicht alleinden Mann zu ignorieren, den er als Adrians anderes Ich betrach-ten mochte, lag ihm ob, und im Stillen machte ich ihm Vor-würfe, weil er nun gerade mit diesem Wagen hatte fahren müs-sen, - imgerechte Vorwürfe wahrscheinlich, da nicht gesagtwar, dass er ihn zugleich mit Ines bestiegen hatte. Sie konn-te, so gut wie ich, nach ihm hereingekommen sein, oder, wennes umgekehrt gewesen war, so hatte er bei ihrem .Anblick nichtgut Reissaus nehmen können.
Wir passierten die Universität, und eben stand der Schaff-ner in seinen Filzstiefeln vor mir, um meinen Zehner entgegen-zunehmen und mir einen Gradaus-Schein in die Hand zu schieben,als das Unglaubliche und, wie alles völlig Unerwartete, zu-nächst ganz Unverständliche geschah. Ein Schiessen ginglos im Wagen, flache, scharfe, schmetternde Detonationen,eine nach der anderen, drei, vier, fünf, in wilder, betäuben-der Schnelligkeit, und drüben sank Schwerdtfeger, seinenGeigenkasten zwischen den Händen, erst an die Schulter unddann in den Schoss der rechts neben ihm sitzenden Dame, die
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