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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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gelegen sein kann. Hudolf brachte Adrians Werbung vor - fürsich selbst diesmal, obgleich der Flatterer zum Ehestandetaugte, wie ich zum Don Juan. Aber es ist müssig, sich überdie Zukunft, die Glücksaussichten einer Verbindung Gedankenzu machen, der keine Zukunft bestimmt war, sondern die voneinem gewaltätigen Schicksal rasch zunichte gemacht werdensollte. Marie wagte den Herzensbrecher mit dem "kleinenTon“ zu lieben, über dessen Künstlerwert und sichere Lauf-bahn ihr von ernster Seite so warme Bürgschaften waren gege-ben worden. Sie traute sich zu, ihn halten, ihn binden, denWildfang domestizieren z.u können, sie liess ihm ihre Hände,sie nahm seinen Kuss, und es dauerte keine vierundzwanzigStunden, bis unseren ganzen Bekanntenkreis die heitere Nach-richt durchlaufen hatte, dass Rudi gefangen war, dass Kon-zertmeister Schwerdtfeger und Marie Godeau Brautleute seien.Ergänzend hiess es, er wolle seinen Vertrag mit dem Zapfen-stösser-Orchester lösen, in Paris heiraten und dort seineDienste einer neuen,- eben sich konstituierenden musikali-schen Körperschaft, dem "Orchestre Symphonique” zur Verfü-gung stellen.

Zweifellos war er dort willkommen, und ebenso zweifellosgingen die Ablösungsverhandlungen in München, wo man ihn un-gern ziehen liess, nur langsam voran. Immerhin fasste manseine Mitwirkung beim nächsten ZapfenstÖsser-Konzert - eswar das erste nach demjenigen, zu dem er im letzten Augenblickvon Pfeiffering zurückgekehrt war - als eine Art von Abschieds-vorstellung auf. Und da überdies der Dirigent, Dr. Edschmidt,gerade für diesen Abend ein besonders hausfüllendes Berlioz-Wagner-Programm gewählt hatte, so war, wie man so sagt, ganzMünchen da. Zahlreiche bekannte Gesichter blickten aus denReihen, und wenn ich auf stand, so hatte ich vielfach zugrüssen: die Schlaginhaufens und Habituls ihrer Empfänge,die Radbruchs mit Schildknapp, Jeanette Scheurl, die Zwit-

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