Druckschrift 
Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
Seite
653
Einzelbild herunterladen
 

Geist der Rolle, die du in meinem Leben spielst, in Erfül-lung des Verdienstes, das du dir um meine Menschlichkeiterworben hast, und das der Welt vielleicht ein Geheimnis blei-ben wird, vielleicht auch nicht. Sagst du mir’s zu?

Rudolf antwortete:

- Ja, ich will'igehen und nach bestem Vermögen deine Sacheführen.

- Den Händedruck dafür, sagte Adrian, - sollst du beimAbschied haben.

Sie waren zurückgelangt, und Schwerdtfegern blieb nochZeit, im Nike-Saal mit dem Freunde eine kleine Erfrischungs-mahlzeit zu halten. Gereon Schweigestill hatte für ihn ange-spannt, aber trotz Rudolfs Bitte, sich doch nicht zu inkom-modieren, nahm Adrian mit ihm in dem hart gefederten Wägel-chen Platz, lim ihn zur Station zu bringen.

- Nein, es gehört sich. Es gehört sich diesmal ganz be-sonders, erklärte er.

Der Zug, gemächlich genug, um in Pfeiffering zu halten,fuhr ein, und durch das herabgelassene Fenster tauschten sieden Händedruck.

- Kein Wort mehr, sagte Adrian. - Mach*s gut. Mach’snett!

Er hob den Arm, bevor er sich zum Gehen wandte. Den, derda hinglitt, sah er niemals wieder. Nur einen Brief er-hielt er noch von ihm, auf den er jede Antwort verweigerte.

XLII

Als ich das nächste Mal bei ihm war, zehn oder elf Tagespäter, hatte er diesen Brief bereits in Händen und tat mirseinen bestimmten Entschluss kund, darauf zu schweigen.

653