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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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behren sollte. Wundre dich nicht, dass ich mir einbilde,sie wird geneigter deinen Worten lauschen, als einem Werberso steifen Angesichts.

- Nach Spässen, Adri, ist mir gar nicht zu Sinn, schondarum nicht, weil es mir selbstverständlich zu Herzen geht,und mich gewissermassen feierlich stimmt, welche Rolle dumir zuschreibst in deinem Leben, sogar vor der Nachwelt.

Nach Zeitblom fragte ich, weil er soviel länger schon deinFreund ist -

- Ja, länger.

- Gut, also nur länger. Aber denkst du nicht, dass die-ses "Nur” ihm seine Aufgabe gerade erleichtern, ihn taugli-cher dafür machen könnte?

- Höre, wie wär* es, wenn wir ihn endlich beiseite lie-ssen? Er hat nun einmal in meinen Augen mit Liebesdingennichts zu tun. Lu bist es, nicht er, dem ich mich anvertrauthabe, der nun alles weiss, dem ich, wie man früher sagte,die geheimsten Blätter im Buche meines Herzens aufgeschla-gen habe. Wenn du dich nun zu ihr aufmachst, lass sie auchdarin lesen, erzähle ihr von mir, sprich gut von mir, verrateihr behutsam die Empfindungen, die ich für sie hege, dieWünsche fürs Leben, die eins mit ihnen sind! Versuche siesanft und heiter, auf deine nette Art, ob sie - nun ja, obsie mich lieben könnte! Willst du? Lu musst mir ihr vollesJa nicht bringen, bewahre. Ein bisschen Hoffnung genügt durch-aus zum Abschluss deiner Sendung- Bringst du mir sovielzurück, dass der Gedanke, mein Leben mit mir zu teilen, ihrnicht ganz und gar zuwider, nicht ungeheuerlich ist, - dannkommt meine Stunde, dann will ich selber mit ihr und ihremTantchen reden.

Sie hatten den Rohmbühel zu ihrer Linken gelassen undgingen durch das Fichtenwäldchen, das dahinter liegt, undvon dessen Zweigen es tropfte. Lann schlugen sie den Weg