mittein - Geschriebenes schriftlich beantworten. Du siehst,ich scheue den direkten Überfall, und den postalischen Wegscheue ich auch.
- Welchen Weg siehst du also.
- Ich sagte dir ja, dass du mir in dieser schwierigen An-gelegenheit sehr wohltun könntest. Ich möchte dich zu ihrschicken.
- Mich?
- Dich, Rudi. Würde es dir so unsinnig Vorkommen, wenndu dein Verdienst um mich - ich bin versucht zu sagen: ummein Seelenheil -,diüs Verdienst, von dem die Nachwelt viel-leicht nicht wissen, vielleicht auch wissen wird, - wenn dues voll machtest dadurch, dass du den Mittler abgibst, denDolmetsch zwischen mir und dem Leben, meinen Fürsprecherbeim Glück? Das ist eine Idee von mir, ein Einfall, wie ereinem beim Komponieren kommt. Man muss immer von vornher-ein annehmen, dass so ein Einfall nicht vollkommen neu ist.
Was ist den Noten nach ganz und gar neu! Aber so, wie essich hier ergibt, an dieser Stelle, in diesem Zusammenhangund dieser Beleuchtung mag das Dagewesene doch neu, lebens-neu sozusagen, originell und einmalig sein.
- Die Neuheit ist meine letzte Sorge. Was du sagst, istneu genug, mich zu verblüffen. Wenn ich dich recht verste-he, soll ich für dich bei Marie den Freiwerber machen, fürdich bei ihr um ihre Hand anhalten?
- Du hast mich recht verstanden - und konntest mich kaummisshören. Die Leichtigkeit, mit der du mich verstehst,spricht für die Natürlichkeit der Sache.
- Findest du? - Warum schickst du nicht deinen Serenus?
- Du willst dich wohl über meinen Serenus lustig machen.Offenbar belustigt es dich, dir meinen Serenus als Liebesbo-ten vorzustellen. Eben sprachen wir von persönlichen Eindrük-ken, deren das Mädchen bei ihrem Entschluss nicht ganz ent-
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