wird vielleicht nichts davon wissen, es in keiner Biographieschreiben. Aber würde das seinem Verdienst Abbruch tun, dieEhre schmälern, die ihm insgeheim gebührt?
- Du weisst die Dinge sehr schmeichelhaft für mich zuwenden.
- Ich wende sie nicht, ich stelle sie hin, wie sie sind.
- Eigentlich ist ja nicht von mir die Rede, sondern vonMarie Godeau. Um sie immer zu sehen, sie immer um dich zuhaben, wie du sagst, müsstest du sie zur Frau nehmen.
- Das ist mein Wunsch, meine Hoffnung.
- 0! Weiss sie von deinen Gedanken?
- Ich fürchte: nein. Ich fürchte, ich verfüge nicht überdie Ausdrucksmittel, ihr meine Gefühle und Wünsche nahe zubringen, - besonders nicht in Gesellschaft anderer, vor de-nen den Kurschneider und Seladon zu spielen, mich denn dochetwas geniert.
- Warum besuchst du sie nicht.
- Weil es mir widersteht, sie direkt mit Geständnissenund Anträgen zu überrumpeln, deren sie sich dank meiner Un-beholfenheit wahrscheinlich noch nicht im geringsten versiehtNoch bin ich in ihren Augen einfach der interessante Einsame.Ich fürchte ihre Fassungslosigkeit und die - vielleicht vor-eilige - abschlägige Antwort, die daraus resultieren könnte.
- Warum schreibst du ihr nicht.
- Weil ich sie damit vermutlich noch mehr in Verlegenheitsetzen würde. Sie müsste antworten, und ich weiss nicht,
ob sie ein Mensch der Feder ist. Welche Mühe hätte sie, michzu schonen, wenn sie Nein sagen muss! Und wie weh täte mirdie bemühte Schonung! Ich fürchte mich auch vor der Abstraktheit eines solchen Briefwechsels - sie könnte, wie mir vor-kommt, meinem Glück gefährlich werden. Ungern denke ich mirMarie, allein, auf eigene Hand, unbeeinflusst von persönli-chen Eindrücken, - ich möchte fast sagen: persönlichen Druck-
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