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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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den menschlichen Gehalt seines zukünftigen Werkes Gutes undGrosses davon verspricht.

Schwerdtfeger schwieg während einiger Schritte. Dannäusserte er gedrückt:

- Viermal hast du jetzt "Mensch" und "menschlich" gesagt.Ich habe gezählt. Offenheit gegen Offenheit: es zieht sichetwas in mir zusammen, wenn du das Wort gebrauchst, wenn

du es in Bezug auf dich selber gebrauchst. Es nimmt sichso imglaublich unpassend und - ja, und beschämend aus indeinem Munde. Entschuldige, dass ich es sage! War deineMusik unmenschlich bisher? Dann verdankt sie ihre Grösseam Ende ihrer Unmenschlichkeit. Verzeih die einfältige Be-merkung! Ich möchte kein menschlich inspiriertes Werk vondir hören.

- Nein? Möchtest du das gaijz und garnicht? Und hastdoch schon dreimal eines vor den Leuten gespielt? Hast esdir widmen lassen? Ich weiss, dass du es nicht darauf ab-siehst, mir Grausamkeiten zu sagen. Aber findest du es nichtgrausam, mich wissen zu lassen, dass ich nur aus Unmensch-lichkeit bin, was ich bin, und dass Menschlichkeit mir nichtzusteht? Grausam und gedankenlos, - wie ja Grausamkeit immeraus Gedankenlosigkeit kommt? Dass ich mit Menschlichkeitnichts zu tun habe, nichts zu tun haben darf, sagt mir Einer,der mich mit staunenswerter Geduld fürs Menschliche gewannund mich zum Du bekehrte. Einer, bei dem ich zum erstenmalin meinem Leben menschliche Wärme fand.

- Es scheint ein vorläufiger Notbehelf gewesen zu sein.

- Und wenn es das gewesen wäre? Wenn es sich um eineEinübung des Menschlichen, um eine Vorstufe dazu gehandelthätte, die dadurch, dass sie es war, nichts an Eigenwertverlöre? In meinem Leben war Einer, dessen beherztes Aus-harren - man kann beinahe sagen: den Tod überwand; der dasMenschliche in mir freimachte, mich das Glück lehrte. Man

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