abspielte, - ich weiss es, und möge man zehnmal den Einwanderheben, ich könne es nicht wissen, da ich "nicht dabei"gewesen sei. Nein, ich war nicht dabei. Aber heute ist see-lische Tatsache, dass ich dabei gewesen bin, denn wer eineGeschichte erlebt und wieder durchlebt hat, wie ich diesehier, den macht seine furchtbare Intimität mit ihr zum Augen-und Ohrenzeugen auch ihrer verborgenen Phasen.
Adrian bat seinen ungarischen Reisegfährten telephonischzu sich nach Pfeiffering. Er möge so bald wie möglich kom-men, bat er, die Angelegenheit, die er mit ihm zu besprechenhabe, sei dringlich. Rudolf kam immer gleich. Der Anrufwar 10 Uhr morgens erfolgt - v/ährend Adrians Arbeiszeit, einbesonderer Vorfall an und für sich - und schon nachmittagsvier Uhr war der Geiger zur Stelle. Noch dazu hatte er abendsin einem Abonnementskonzert des Zapfenstösser-Orchesters zuspielen, woran Adrian nicht einmal gedacht hatte.
- Du hast befohlen, fragte Rudolf, - was ist los?
- 0, gleidh, antwortete Adrian. - Du bist da, das istvorerst die Hauptsache. Ich freue mich, dich zu sehen, sogarmehr als gewöhnlich. Behalte das im Gedächtnis!
- Es wird allem, was du mir zu sagen hast, erwiderte Ru-dolf mit überraschend hübscher Yifendung, - einen goldenenHintergrund geben.
Adrian schlug einen Spaziergang vor, es rede sich besserim Gehen. Schwerdtfeger stimmte mit Vergnügen zu und bedau-erte nur, nicht viel Zeit zu haben, da er zum 6 Uhr-Zug wie-der am Bahnhof sein müsse, um seinen Dienst nicht zu versäu-men. Adrian schlug sich vor die Stirn und bat um Entschuldi-gung für seine Gedankenlosigkeit. Vielleicht werde jenersie begreiflicher finden, nachdem er ihn angehört.
Tauwetter war eingefallen. Der Schnee, wo er geschaufeltwar, sickerte und sinterte, und die Wege begannen breiig zuwerden. Die Freunde trugen Überschuhe. Rudolf hatte seine
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