Idee, gewissermassen um die Vorübung zu etwas Späterem han-delte, um die Neigung, zu der Geliebten - so muss ich dasMädchen nennen - zu schicken, einen anderen das Wort bei ihrführen zu lassen.
Vorerst war ich es, dem er das Wort anvertraute, und be-reitwillig entledigte ich mich meines Auftrags. Es war damals,dass ich Marien in dem weissen, über die kragenlose schotti-sche Bluse gezogenen Arbeitskittel traf, der ihr so gut stand.Ich fand sie an ihrem Zeichenbrett, einer dicken, schräggestellten Holzplatte, an die eine elektrische Lampe geschraubtwar, und von der sie sich zu meiner Begrüssung erhob. Wirsassen wohl zwanzig Minuten in dem kleinen Miet-Wohnzimmerder Damen beisammen. Beide zeigten sich entschieden empfäng-lich für die Aufmerksamkeit, die man ihnen erwies, und be-grüssten lebhaft den Ausflugsplan, von dem ich nur sagte,ich hätte ihn nicht erfunden, - nachdem ich hatte einfliessenlassen, dass ich auf dem Wege sei zu meinem Freunde Lever-kühn. Sie meinten, ohne solche ritterliche Führung hätten sievielleicht nie etwas von der berühmten Umgebung Münchens,dem bayrischen Alpenland kennen gelernt. Tag und Stunde desTreffens, der Abfahrt wurden ausgemacht. Ich konnte Adrianbefriedigende Meldung bringen und rapportierte genau, indemich ein Lob der vorteilhaften Erscheinung Mariens im Arbeits-kittel mit einflocht. Er dankte mir mit dem - soviel ichhörte - ohne Ironie gesprochenen Wort:
- Nim sieh, es hat doch sein Gutes, verlässige Freundezu haben. -
Die Bahnlinie nach dem Passionsdorf, die zum grösstenTeil dieselbe ist, wie die nach Garmisch-Partenkirchen, underst zuletzt von ihr abzweigt, führte über Waldshut und Pfeif-fering. Adrian wohnte halbwegs zum Ziel, und so waren nurwir anderen es, nur Schwerdtfeger, Schildknapp, die PariserGäste, meine Frau und ich, die sich am bestimmten Tage gegen