wolle, die Sache für ihn einzufädeln, - nämlich so, dass ichvor meinem nächsten Besuch in Pfeiffering, übermorgen also,in der Stadt die Damen aufsuchte und ihnen, gewissermassenals sein Bote, wenn auch nur andeutungsweise als solcher, dieEinladung überbrächte.
- Du könntest mich durch diesen Freundschaftsdienst jetztsehr verpflichten, schloss er mit sonderbarer Steifheit.
Ich setzte zu Gegenfragen an, unterdrückte sie aber undversprach ihm einfach, nach seinem Wunsche zu tun, versichernd,dass ich mich für ihn und uns alle auf das Unternehmen freu-te. Das tat ich allerdings. Ernstlich hatte ich mich schongefragt, wie die Absichten, in die er mich eingeweiht, geför-dert, die Dinge in Fluss gebracht werden sollten. Wenig rat-sam war es mir vorgekommen, weitere Gelegenheiten zum Zusam-mensein mit dem Mädchen seiner Wahl dem guten Glück zu über-lassen. Die Umstände boten diesem nicht gerade überreich-lichen Spielraum. Arrangierende Nachhilfe, Initiative warnötig, und hier war sie. War wirklich Schwerdtfeger ihr Ur-heber - oder schob Adrian sie ihm nur zu, aus Scham vor derRolle des Verliebten, der, sehr entgegen seiner Natur undLebensstimmung, plötzlich auf Geselligkeiten und Schlitten-partieen sann? Tatsächlich erschien mir dies so sehr unterseiner Würde, dass ich wünschte, er hätte die Wahrheit ge-sagt, als er den Geiger für die Idee verantwortlich machte,
- wobei ich aber auch wieder die Frage nicht ganz unterdrük-ken konnte, ob dieser elbische Platoniker eigentlich einInteresse an dem Unternehmen hatte.
Gegenfragen? Ich hatte eigentlich nur eine: Warum nämlichAdrian, wenn er Marien wissen zu lassen wünschte, dass erdanach trachtete, sie zu sehen, - warum er sich dann nichtdirekt an sie wandte, sie anrief, sogar nach München fuhr,bei den Damen einsprach, seine Anregung vorbrachte. Ichwusste damals nicht, dass es sich hier um eine Tendenz, eine
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