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Sich-Übersteigern der auf einen gewissen Höhepunkt gelang-ten melodischen Linie um eine weitere Tonstufe, von der siedann, mit höchstem Geschmack, vielleicht allzu viel Geschmackgeführt, zurückflutend sich aussingt. Es ist eine der schonkörperlich wirkenden, Haupt und Schultern hinnehmenden, das"Himmlische" streifenden Schönheitsmanifestationen, derennur die Musik, und sonst keine Kunst fähig ist. Und dieTutti-Verherrlichung eben dieses Themas im letzten Teil desVariationensatzes bringt den Ausbruch ins offene C-dur. DemEclat voran geht eine Art von kühnem Anlauf in dramatischemParlando-Charakter, - eine deutliche Reminiszenz an das Re-zitativ der Primgeige im letzten Satz von Beethovens A-moll-Quartett, - nur dass auf die grossartige Phrase dort etwasAnderes folgt, als eine melodische Festivität, in der dieParodie des Hinreissenden ganz ernst gemeinte und darum irgend-wie beschämend wirkende Leidenschaft wird.
Ich weiss, dass Leverkühn, ehe er das Stück komponierte,die Violinbehandlung bei Bkriot, Vieuxtemps und Wieniawskigenau studiert hat, und in einer halb respektvollen, halbkarrika.turistischen Weise wendet er sie an, - übrigens untersolchen Zumutungen an die Technik des Spielers, besonders indem äusserst ausgelassenen und virtuosen Mittelsatz, einemScherzo, worin sich ein Citat aus Tartinis Teufelstriller-Sonate findet, dass der gute Rudi sein Äusserstes aufzubietenhatte, um den Anforderungen gerecht zu werden: Der Schweissperlte jedesmal, wenn er die Aufgabe durchgeführt, unterseinem lockig aufstrebenden Blondhaar, und das Weisse seinerhübschen zyanenblauen Augen war von rotem Geäder durchzogen.Aber wieviel Schadloshaltung, freilich, wieviel Gelegenheitzum "Flirt" in einem gesteigerten Sinn des Wortes war ihmgewährt in einem 'Werk, das ich in das Gesicht des Meistershinein "die Apotheose der Salonmusik" genannt habe, im Vorausgewiss, dass er mir die Kennzeichnung nicht verübeln, sondern
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