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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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die Nachwelt diesem meinem ‘'Urteil" - mein Gott, ich hassedas Wort! - zustimmen wird, und was ich hier tue, ist janichts anderes, als ihr seelische Erläuterungen für eine Er-scheinung zu geben, zu der ihr sonst der Schlüssel fehlenwürde.

Es ist ein Besonderes mit dem Stück: In drei Sätzen ge-schrieben, führt es kein Vorzeichen, doch sind, wenn ichmich so ausdrücken darf, drei Tonalitäten darin eingebaut,B-dur, C-dur und D-dur, - von denen, wie der Musiker sieht,das D-dur eine Art von Dominante zweiten Grades, das B-dureine Subdominate bildet, während das C-dur die genaue Mittehält. Zwischen diesen Tonarten nun spielt das Werk aufskunstreichste, so, dass die längste Zeit keine von ihnenklar in Kraft gesetzt, sondern jede nur durch Proportionenzwischen den Klängen angedeutet ist. Durch weite Komplexehin sind alle drei überlagert, bis endlich, auf eine aller-dings triumphale, jedes Konzertpublikum elektrisierende Weise,C-dur sich offen erklärt. Es gibt da, im ersten Satz, der"Andante amoroso" überschrieben und von einer ständig an derGrenze des Spottes gehaltenen Süsse und Zärtlichkeit ist,*einen Leitakkord, der für mein Ohr etwas Französisches hat:c-g-e-b-d-fis-a, ein Zusammenklang, der, mit dem hohen fder Geige darüber, wie man sieht, die tonischen Dreiklängejener drei Haupt-Tonarten in sich enthält. In ihm hat mansozusagen die Seele des Werkes, man hat in ihm auch die Seeledes Hauptthemas dieses Satzes, das im dritten, einer buntenVariationenfolge, wieder aufgenommen wird. Es ist ein inseiner Art wundervoller melodischer Wurf, eine rauschende,in grossem Bogen sich hintragende, sinnbenehmende Kantilene,die entschieden etwas Etalagehaftes, Prunkendes hat, dazueine Melancholie, der es an Gefälligkeit, nach dem Sinnedes Spielers, nicht fehlt. Das Charakteristisch-Entzückendeder Erfindung ist das unerwartete und zart akzentuierte

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