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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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ster Erkenntnisse, ein Gottesdienst, und der musikalischeLehrberuf ein priesterliches Amt...

- Comme c'est respectable! Pas prfecisement humain, maisextremement respectable. Sollen wir Juden, die wir einpriesterliches Volk sind, auch wenn wir in Pariser Salonsminaudieren, uns nicht zum Deutschtum hingezogen fühlen unduns nicht ironisch stimmen lassen von ihm gegen die Welt unddie Kunst für die kleine Freundin? Volkstümlichkeit wäre füruns eine den Pogrom herausfordernde Frechheit. Wir sindinternational - aber wir sind pro-deutsch, sind es wie niemandsonst in der Welt, schon weil wir garnicht umhin können, dieVerwandtschaft der Rolle von Deutschtum und Judentum aufErden wahrzunehmen. Une analogie frappante? Gleicherweisesind sie verhasst, verachtet, gefürchtet, beneidet, gleicher-massen befremden sie und sind befremdet. Man spricht vomZeitalter des Nationalismus. Aber in Wirklichkeit gibt esnur zwei Nationalismen, den deutschen und den jüdischen, undder aller anderen ist Kinderspiel dagegen - wie das Stock-franzosentum eines Anatole France die reine Mondänität ist

im Vergleich mit der deutschen Einsamkeit - und dem jüdischenErwähltheitsdünkel... France - ein nationalistischer nom deguerre. Ein deutscher Schriftsteller könnte sich nicht gut"Deutschland" nennen, so nennt man 'höchstens ein Kriegsschiff.Er müsste sich mit "Deutsch" begnügen - und da gäbe er sicheinen jüdischen Namen, - oh, la, la!

- Meine Herren, dies ist nun wirklich der Türgriff, ichbin schon draussen. Ich sage nur eines noch. Die Deutschensollten es den Juden überlassen, pro-deutsch zu sein. Siewerden sich mit ihrem Nationalismus, ihrem Hochmut, ihrerUnvergleichlichkeitspuschel, ihrem- Hass.' auf Einreihung undGleichstellung, .ihrer Weigerung, sich bei der Welt einführen,zu lassen und sich gesellschaftlich anzuschliessen, - siewerden sich damit ins Unglück bringen, in ein wahrhaft jüdi-