- Meine Herren, ich sage das alles nur aus Verzicht, wirhaben geschäftlich ja ausgeredet, ich bin schon so gut wiefort, ich habe den Türgriff schon in der Hand, wir sind jalängst auf den Füssen, ich plaudere nur noch pour prendrecong&. Gounods Faust, meine Herren, wer wollte die Nasedarüber rümpfen? Ich nicht und Sie nicht, wie ich zu meinemVergnügen sehe. Eine Perle - une marguerite, voll der entzük-kendsten musikalischen Erfindungen. Laisse-moi, laisse-moicontempler - bezaubernd! Auch Massenet ist bezaubernd, luiaussi. Besonders reizend muss er als Pädagog gewesen sein,
- als Professor am Conservatoire, man kennt Geschichtchendarüber. Von Anfang an sollten seine Kompositionsschülerzu eigener Produktion angeregt werden, ganz gleich, ob ihrtechnisches Können ausreichte, einen fehlerlosen Satz zuschreiben. Human, nicht wahr? Deutsch ist es nicht, aberhuman. Ein Junge kam zu ihm mit einem frisch komponiertenLied, - frisch und von einiger Begabung zeugend. "Tiens!"sagte Massenet. "Das ist wirklich ganz nett. Höre, du hastdoch gewiss eine liebe kleine Freundin. Spiel es der vor,es wird ihr gewiss gefallen, und das Weitere wird sich dannschon finden." Es ist ungewiss, was unter dem "Weiteren"zu verstehen ist, - alles Mögliche wahrscheinlich, die Liebebetreffend -und die Kunst. Haben Sie Schüler, Maitre? Diehätten es gewiss nicht so gut. Aber Sie haben gleich garkeine.Bruckner hatte welche. Er hatte selbst von frühan mit derMusik und ihren heiligen Schwierigkeiten gerungen, wie Jakobmit dem Engel, und eben das verlangte er von seinen Studen-ten. Jahre lang mussten die das heilige Handwerk, die Grund-elemente der Harmonie und des strengen Satzes üben, bevorihnen erlaubt war, ein Lied zu singen, und zu einer liebenkleinen Freundin hatte diese Musik-Pädagogik nicht die ge-ringste Beziehung. Man ist ein einfaches, kindliches Gemüt,aber die Musik ist einem die geheimnisvolle Offenbarung höch-
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