tuung auf dem Grund der Enttäuschung liegt. So ist es, eherMaitre, unter anderem bereitet Ihre Unzugänglichkeit mir auchGenugtuung, und zwar vermöge des Verständnisses, der Sympathie,die ich ihr unwillkürlich entgegenbringe. Ich tue es gegenmein Interesse, aber ich tue es, - als Mensch möchte ichsagen, wenn das nicht eine zu weite Kategorie wäre, ich solltemich spezieller ausdrücken.
- Sie wissen wohl garnicht, maitre, wie deutsch Ihrerfepugnance ist, die sich, wenn Sie mir erlauben, en psycho-logue zu sprechen, aus Hochmut und Inferioritätsgefühlencharakteristisch zusammensetzt, aus Verachtung und Furcht,
- sie ist, möchte ich sagen, das ressentiment des Ernstesgegen den Salon der Welt. Ihm, ich bin Jude, müssen Siewissen, - Fitelberg, das ist ein eklatant jüdischer Name.
Ich habe das Alte Testament im Leibe, und das ist eine nichtweniger ernsthafte Sache, als das Deutschtum - es schafftim Grunde geringe Disposition für die Sphäre der Valse bril-lante. Zwar ist es ein deutscher Aberglaube, dass es drau-ssen nur Valse brillante gibt und Ernst nur in Deutschland.
Und doch, man ist als Jude im Grunde skeptisch gesinnt gegendie Welt, zugunsten des Deutschtums, auf die Gefahr hin natür-lich, Fusstritte einzuhandeln für seine Neigung. Deutsch,das heisst ja vor allem: volkstümlich - und wer glaubte einemJuden Volkstümlichkeit? Nicht nur, dass man sie ihm nichtglaubt, - man gibt ihm ein paar über den Schädel, wenn erdie Zudringlichkeit hat, sich darin zu versuchen. Wir Judenhaben alles zu fürchten vom deutschen Charakter, qui estessentiellement anti-s&mitique, - Grund genug für uns natür-lich, uns zur Welt zu halten, der wir Unterhaltungen und Sen-sationen arrangieren, ohne dass das besagte, dass wir Wind-beutel oder auf den Kopf gefallen sind. Wir wissen sehr wohlzwischen Gounods Faust und dem von Goethe zu unterscheiden,auch wenn wir französisch sprechen, auch dann...
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