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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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ri&re nieder, sie schlägt alle Exklusivität aus dem Felde*

- Aber was rede ich viel von der vornehmen Gesellschaftund ihrer Heugier! Ich sehe wohl, dass es mir nicht gelingt,damit Ihre Neugier, eher Maitre, zu entzünden. Wie sollteich auch? Ich habe garnicht im Ernst den Versuch dazu ge-macht. Was geht Sie die vornehme Gesellschaft an? Entrenous - was geht sie mich an? Geschäftlich - dies und das.

Aber innerlich? Nicht so viel. Dieses Milieu, dieses Pfeif-fering, und das Zusammensein mit Ihnen, Maitre, tragen nichtwenig dazu bei, mir die Gleichgültigkeit, die Geringschätzungbewusst zu machen, die ich jener Welt der Frivolität undOberflächlichkeit entgegenbringe. Dites-moi donc: Stammen

Sie nicht aus Kaisersaschern an der Saale? V/as für eine ernstewürdige Herkunft! Nun, ich, ich nenne Ljublin meinen Geburts-ort, - auch eine würdige, altersgraue Stätte, von der man ei-nen Fonds von s&v6rit& ins Leben mitnimmt, un etat d'ämesolennel et un peu gauche... Ach, ich bin der Letzte, Ihnendie elegante Gesellschaft preisen zu wollen. Aber Pariswird Ihnen Gelegenheit geben, die interessantesten, stimu-lierendsten Bekanntschaften zu machen unter Ihren Brüdernin Apoll, Ihren Mitstrebenden und Pairs, Malern, Schrift-stellern, Sternen des Balletts, Musikern vor allem. DieSpitzen europäischer Erfahrung und des artistischen Experimentssie alle sind meine Freunde, und sie sind bereit, die Ihrenzu sein. Jean Cocteau, der Dichter, Massine, der Tanzmei-ster, Manuel de Falla, der Komponist, Les Six, die sechsGrössen der neuen Tonkunst, - diese ganze hohe und amüsanteSphäre des Wagnisses und des Affronts, sie wartet nur aufSie, Sie gehören dazu, sobald Sie nur wollen...

- Ist es möglich, dass ich einen gewissen Widerstand auchdagegen in Ihrer Miene lese? Aber hier, eher Maitre, ist nunwirklich jede Scheu, jedes embarras ganz fehl am Platze, -worin immer solche isolierenden Gefühle ihren Grund haben