aber im musikalischen Leben Mittel-Europas eine einflussreicheRolle spielender Direktor namens Dr. Edelmann eines Tages,nämlich zu einem Zeitpunkt, als die "Apokalypse" noch nichteinmal vollendet war (es war in den Wochen der Unterbrechungdurch den Krankheitsrückfall) überraschend in Pfeifferingaufgetaucht war, um dem Gast der Schweigestills seine verle-gerischen Dienste anzubieten. Der Besuch stand in erklär-tem Zusammenhang mit einem dem Schaffen Adrians gewidmetenArtikel, der kürzlich in der radikal-progressiven WienerMusikzeitschrift "Der Anbruch" erschienen war und aus derFeder des ungarischen Musikologen und Kultur-PhilosophenDesiderius Feh6r stammte. Feh§r hatte über die intellektuel-le Höhe und religiösen Gehalte, den Stolz und die Verzweif-lung, die sündige, ins Inspirative getriebene Klugheit derMusik, auf die er da die Kulturwelt hinwies, sich mit einerInnigkeit ausgedrückt, die verstärkt wurde durch die einge-standene Scham darüber, dass der Schreiber nicht auf eigeneHand dies Interessanteste und Ergreifendste entdeckt, nichtkraft eigener innerer Führung darauf gestossen war, sondernvon aussen, oder, wie er sagte, von oben, aus einer Sphäre,höher als alle Gelehrsamkeit, der Sphäre der Liebe und desGlaubens, des Ewig-Weiblichen mit einem Wort, hatte daraufhingelenkt werden müssen. Kurzum, der Aufsatz, der, seinemGegenstand nicht unangemessen, das Analytische mit dem Lyri-schen mischte, liess, allerdings in sehr vagen Umrissen, dieGestalt einer sensitiven, wissenden und für ihr Wissen tätigwerbenden Frau durchscheinen, die seine eigentliche Inspi-ratorin war. Da aber Dr. Edelmanns Besuch sich als angeregtvon der Wiener Veröffentlichung erwies, so konnte man sagen,dass mittelbar auch dieser Besuch eine Bewerkstelligung jenerzarten, sich im Verborgenen haltenden Energie und Liebe war.
Nur mittelbar? Ich bin nicht ganz sicher. Ich halte fürmöglich, dass auch dem jungen Musik-Geschäftsmann direkte
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