Anregungen, Winke, Weisungen aus der "Sphäre" zugekommen wa-ren, und ich werde in dieser Vermutung bestärkt durch dieTatsache, dass er mehr wusste, als der Artikel, ein weniggeheimnistuerisch, mitzuteilen sich herbeigelassen hatte:dass er den Namen wusste und ihn nannte, - nicht gleich,nicht von vornherein, aber im Lauf der Unterhaltung, gegenihr Ende hin. Nachdem er fast abgewiesen worden war, aberverstanden hatte, seinen Empfang durchzusetzen, hatte erLeverkühn um Mitteilungen über seine laufende Produktiongebeten, hatte von dem Oratorium gehört - zum ersten Mal?
Ich bezweifle es! - und es erreicht, dass Adrian, obgleichleidend bis zur Hinfälligkeit, ihm im Nike-Saal grösserePartieen aus dem Manuskript vorspielte, worauf Edelmanndas Werk vom Pieck weg für die "Editionen" erworben hatte:der Vertrag kam am nächsten Tage aus dem Hotel "BayerischerHof" in München. Bevor er aber gegangen war, hatte erAdrian, sich der wienerischen, aus dem Französischen übernom-menen Anrede bedienend, gefragt:
- Kennen Sie, Meister, - ich glaube sogar, er sagte:
- Kennen Meister - die Frau von Tolna? -
Ich bin im Begriff,eine Figur in meine Erzählung einzu-führen, wie ein Romanverfasser sie seinen Lesern niemalsbieten dürfte, da Unsichtbarkeit in offenbarem Widerspruchzu den Bedingungen des Künstlerischen und also auch derRomanerzählung steht. Frau von Tolna aber ist eine unsicht-bare Figur. Ich kann sie dem Leser nicht vor Augen stellen,von ihrem Äusseren nicht das kleinste Zeugnis geben, denn ichhabe sie nicht gesehen und nie eine Beschreibung von ihr emp-fangen, da niemand aus meiner Bekanntschaft sie je gesehenhat. Ich lasse dahingestellt, ob Dr. Edelmann, ob auch nurjener Mitarbeiter des "Anbruch", der ihr Landsmann war, sichihrer Bekanntschaft rühmen konnten. Was Adrian betraf, soantwortete er damals auf die Frage des Wieners verneinend.
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