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Nicht nur mit den Messerschmerzen der "kleinen Seejungfer"hatte Leverkühn zur Zeit des tiefsten Standes seiner Gesundheitdie eigene Qual verglichen: er hatte im Gespräch noch einanderes, mit merkwürdig genauer Anschaulichkeit verwendetesBild dafür, an das ich mich erinnerte, als wenige Monatespäter, im Frühjahr 1919 , der Krankheitsdruck, wie durch einWunder von ihm abfiel und sein Geist, phönixgleich, sich zuhöchster Freiheit und staunenswerter Macht ungehemmter r umnicht zu sagen: hemmungsloser, jedenfalls imaufhaltsamer undreissender, fast atemloser Hervorbringung erhob, - wobeiaber gerade jenes Bild mir verriet, dass diese beiden Zustän-de, der depressive und der gehobene, innerlich nicht scharfgegen einander abgesetzt waren, nicht zusammenhanglos ausein-ander fielen, sondern dass dieser sich in jenem vorbereitethatte und gewissermassen schon in ihm enthalten gewesen war,-- wie ja auch umgekehrt die dann ausbrechende Gesundheits-und Schaffunsepoche nichts weniger als eine Zeit des Beha-gens, sondern in ihrer Art ebenfalls eine solche der Heimge-suchtheit, der schmerzhaften Getriebenheit und Bedrängniswar... Ach, ich sehreibe schlecht! Die Begierde, alles aufeinmal zu sagen, lässt meine Sätze überfluten, treibt sieab von dem Gedanken, zu dessen Notierung sie ansetzten, undbewirkt, dass sie ihn weiterschweifend aus den Augen zu verlie-ren scheinen. Ich tue gut, die Kritik dem Leser vom Mundezu nehmen. Es kommt aber dieses Sich überstürzen und Sichverlieren meiner Ideen von der Erregung, in welche die Erin-nerung an die Zeit mich versetzt, von der ich handle, die Zeitnach dem Zusammenbruch des deutschen Autoritätsstaates mitihrer tief greifenden diskursiven Lockerung, die auch meinDenken in ihren Wirbel zog und meine gesetzte Weltanschauung
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