die Nähe eines hochstehenden und von ihm selbst hochgehal-tenen Mannes sei, die Sphäre eines solchen, der Austausch miteinem solchen. Man beurteile ihn meistens falsch: er führeviel lieber ein ernstes, ihn hebendes und förderndes Gesprächmit einem solchen Mann, als dass er bei Weibern liege; ja,wenn er sich selber charakterisieren solle, so glaube er nachgenauer Prüfung, am besten zu tun, sich eine platonischeNatur zu nennen.
Und plötzlich, gleichsam zur Illustration des eben Gesag-ten, kam Rudi auf das Violin-Konzert zu sprechen, von dem erso sehr wünsche, Adrian möge es für ihn schreiben, es ihm aufden Leib schreiben, womöglich unter Zusprechung des aus-schliesslichen Aufführungsrechtes, das sei sein Traum! "Ichbrauche Sie, Adrian, zu meiner Hebung, meiner Vervollkommnung,meiner Besserung, auch zu meiner Reinigung, gewissermassen*von den anderen Geschichten. Auf mein Wort, so ist es, esist mir niemals ernster mit einer Sache, mit einem Bedürf-nis gewesen. Und das Konzert, das ich mir von Ihnen wünsche,ist nur der zusammengedrängteste, ich möchte sagen: der sym-bolische Ausdruck für dies Bedürfnis. TJunderbar würden Siees machen, viel besser als Delius und Prokofieff, - mit einemunerhört einfachen und sangbaren ersten Thema im Hauptsatz,das nach der Kadenz wieder einsetzt - das ist immer der besteAugenblick im klassischen Violin-Konzert, wenn nach der Solo-Akrobatik das erste Thema wieder einsetzt. Aber Sie brauchenes garnicht so zu machen. Sie brauchen überhaupt keine Kadenzzu machen, das ist ja ein Zopf. Sie können alle Konventio-nen umstossen und auch die Satz-Einteilung, - es braucht garkeine Sätze zu haben, meinetwegen könnte das Allegro moltoin der Mitte stehen, ein wahrer Teufelstriller, bei dem Dumit dem Rhythmus jonglierst, wie nur Sie es können, und dasAdagio könnte zum Schluss kommen, als Verklärung, - es könn-te alles garnicht unkonventionell genug sein, und jedenfalls
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