können, ihr nichtsnutziges Adieu-Sagen, noch einmal zurück-kehrend, durch ein stilles und ernsthaftes zu korrigieren.
Hun waren diese ephemeren Gewinne befestigt im Besitz, inder Vereinigung, - soweit Besitz und Vereinigung möglich wa-ren in der Zweiheit, so weit eine verschattete Weiblichkeitsie zu sichern vermochte. Es war diese, der Ines misstraute,indem sie ihren Unglauben zu erkennen gab an die Treue desGeliebten. "Serenus", sagte sie, "es ist unausbleiblich,ich weiss es, er wird mich verlassen." Und ich sah die Pal-ten zwischen ihren Brauen sich mit verbohrtem Ausdruck ver-tiefen. "Aber dann wehe ihm! Wehe mir!" setzte sie tonloshinzu, und ich konnte nicht umhin, mich an Adrians Wort zuerinnern, als ich ihm zuerst von dem Verhältnis erzählt:
"Er soll sehen, dass er heil aus der Sache davonkommt!"
Pur mich war das Gespräch ein wirkliches Opfer. Es dau-erte zwei Stunden, und viel Selbstverleugnung, menschlicheSympathie, freundschaftlich guter Wille waren nötig, es durch-zustehen. Ines schien sich dessen auch bewusst zu sein, abermerkwürdig, ich muss es sagen: ihre Dankbarkeit für die Ge-duld, Zeit, Nervenkraft, die man ihr widmete, war, mir un-verkennbar, kompliziert durch eine gewisse boshafte Genug-tuung darüber, etwas wie Schadenfreude, die sich in einemgelegentlichen enigmatischen Lächeln verriet, und an dieich noch heute nicht denken kann, ohne mich zu wundern, dassich solange aushielt. Tatsächlich sassen wir, bis Instito-ris aus der "Allotria" zurückkehrte, wo er mit Herren derGesellschaft Tarock gespielt hatte. Ein Ausdruck verlegenenErratens überflog sein Gesicht, als er uns noch beisammensah. Er dankte mir für die freundliche Vertretung, \md ichsetzte mich nicht mehr nach der Wiederbegrüssung mit ihm.
Ich küsste der Hausfrau die Hand und ging, recht entnervt,halb verärgert, halb teilnahmsvoll erschüttert, durch dieausgestorbenen Strassen nach meinem Quartier.
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