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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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werteste sei, woran hier die Leidenschaft sich klammerte;dass sich anlässlich der Entscheidung über die Kriegsdienst-tauglichkeit, ein physiologischer Funktionsdefekt, eine Organ-Resektion herausgestellt habe. Die Antwort lautete in demSinne, dass diese Einschränkung das Liebenswürdige dem lei-denden Geiste näher bringe; dass ohne sie für diesen garkeine Hoffnung bestanden hätte und sie es sei, die den Plat-tersinn dem Ruf des Schmerzes überhaupt zugänglich gemachthabe; mehr noch und bezeichnend genug: dass die Lebensverkür-zung, die etwa daraus resultiere, für das Besitzverlangeneher ein Trost, eine Beruhigung und Versicherung als eineHerabstimmung bedeute.,. Im übrigen waren alle sonderbarbeklemmenden Einzelheiten des Gesprächs wieder da, in demsie mir ihre Verfallenheit zuerst entdeckt hatte, nur gelöstjetzt in fast boshafter Genugtuung: Er mochte nun durch diebegütigende Bemerkung, dass er sich auch bei Langewieschesoder Rollwagens, Leuten, die man selber nicht kannte, einmalwieder habe blicken lassen müssen, verraten, dass er dortebenso sprach und sagte, er habe sich doch auch wieder blik-ken lassen müssen bei ihr, - es liess sich nun Triumph3a?endeadabei denken. Die "Rassigkeit" der Rollwagen'sehen Töchterwar keine Angst und Pein mehr, Mund an Mund mit ihm, und ent-giftet waren die Nettigkeitsbitten an gleichgültige Menschen,doch noch nicht wegzugehen. Das grässliche "Es sind schonso viele unglücklich!" - es gab ein Seufzen, durch das demWort der Stachel der Schmach gebrochen war. Diese Prau waroffenbar von dem Gedanken erfüllt, dass sie zwar der 'Veit de37/issens und Leidens gehöre, zugleich aber Weib sei und inihrer Weiblichkeit das Mittel besitze, Leben und Glück ansich zu reissen, den Übermut an ihrem Herzen zum Erliegenzu bringen. Früher war allenfalls durch einen Blick, ein ern-stes Wort die Torheit einen Augenblick nachdenklich zu stim-men, vorübergehend zu gewinnen gewesen; man hatte sie anhalten

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