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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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den, bereitwillig zustimmen, als Ines, unterstützt von ihremGatten, mich schon bei Tisch bat, ihr nachher noch Gesellschaftzu leisten, wenn Helmut, der vorhatte, im Allotria-ClubKarten zu spielen, gegangen sein würde. Er ging kurz nach9 Uhr mit dem Wunsche, wohl zu plaudern. Dann sassen Hausfrauund Gast allein im Täglichen Wohnzimmer, das mit kissenbeleg-ten Korbmöbeln ausgestattet war, und wo Ines' Büste, voneinem befreundeten Bildhauer in Alabaster gearbeitet, aufeiner Säulenkonsole stand, - sehr ähnlich, sehr pikant, eingut Teil unter Lebensgrösse, aber ausserordentlich sprechendmit dem schweren Haar, den verschleierten Augen, dem zarten,schräg vorgeschobenen Hälschen, dem in schwieriger Schalk-haftigkeit gespitzten Mund.

Und ich war der Vertraute wieder, der "gute”, keine Emo-tionen erweckende Mensch im Gegensatz zur Welt des Reizen-den, die Ines wohl in dem Jungen verkörpert fand, von demmit mir zu sprechen es sie verlangte. Sie sagte es selbst:

Die Dinge, das Geschehende, Erlebte, Glück, Liebe und Leidenkamen nicht zu ihrem Recht, wenn sie stumm blieben und ebennur genossen, erlitten wurden. Sie genügten sich nicht inNacht und Schweigen. Je heimlicher sie waren, desto mehrbedurften sie des Dritten, des Vertrauten, des Guten, zu dem,mit dem man darüber sprechen konnte, - und der war ich; ichsah es ein und nahm meine Rolle auf mich.

Wir hatten nach Helmuts Weggang einige Zeit, gleichsamsolange er noch in Hörweite war, von gleichgültigen Dingengesprochen. Plötzlich, fast überrumpelnd, sagte sie dann:

- Serenus, schelten, verachten, verwerfen Sie mich?

Es wäre sinnlos gewesen, Nichtverstehen zu heucheln.

- Mitnichten, Ines, erwiderte ich. - Bewahre Gott! Ichhabe es mir immer gesagt sein lassen, jenes "Die Rache ist®ein, ich will vergelten". Ich weiss, Er senkt die Strafeschon in das Vergehen hinein und tränkt es ganz mit ihr,

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