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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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dich mit Vornamen nennt, du aber nicht ihn? Lass das gutsein. Es ist schon so ein Verhältnis mit uns, zum Du sagen.Wird es nun? Holst du dir etwas Warmes?

Ich starre ins Halblicht, fasse ihn zornig ins Auge. Istein Mann, eher spillerig von Figur, längst nicht so grosswie Sch., aber auch kleiner als ich, - eine Sportmütze übersOhr gezogen, und auf der anderen Seite steht darunter röt-lich Haar von der Schläfe hinauf; rötliche Wimpern auch angeröteten Augen, käsig das Gesicht, mit etwas schief abge-bogener Nasenspitze; über quer gestreiftem Trikothemd einekarierte Jacke mit zu kurzen Ärmeln, aus denen die plumpfin-grigen Hände kommen; widrig knapp sitzende Hose und gelbe,vertragene Schuhe, die man nicht länger putzen kann. EinStrizzi. Ein Ludewig. Und mit der Stimme, der Artikulationeines Schauspielers.

- Wird es? wiederholt er.

- Ich wünsche vor allem zu wissen, sage ich mit bebenderBeherrschung, - wer sich herausnimmt, hier einzudringen undbei mir Platz zu nehmen.

- Vor allem, wiederholt er. - Vor allem ist gar nichtschlecht. Aber du bist überempfimdlich gegen jedweden Be-such, den du für unerwartet achtest und unerwünscht. Ichkomme ja nicht, dich zur Gesellschaft zu holen, dich zu be-schmeicheln, dass du zum musikalischen Kränzchen stösst.Sondern um die Geschäfte mit dir zu besprechen. Holst dudir deine Sachen? Es ist kein Reden beim Zähneklappem.

Säss einige Sekunden noch, ohne ihn aus den Augen zu las-sen. Und der Prost, von ihm her, dringt mich an, schneidend,dass ich mich schutzlos und bloss fühle davor in meinem leichten Anzug. So ging ich. Stehe tatsächlich auf und geh durchdie nächste Tür zur Linken, wo mein Schlafzimmer ist (dasandere ist weiterhin an derselben Seite), nehme aus dem Spindden Wintermantel, den ich in Rom trage an Tramontana-Tagen,

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