machen musste? Auch meine Entschuldigung ist immer dieselbe.Mein Gegenstand steht mir zu nahe. Mein Alter und dis Gelassen-heit, die es kanonischer Weise mit sich bringen sollte, sindnicht vermögend, mich ihn mit fester und ruhiger Hand mei-stern zu lassen. Allzu sehr fehlt es hier wohl überhauptan dem Gegensatz, dem blossen Unterschied von Stoff und Gestal-ter. Habe ich nicht mehr als einmal gesagt, dass das Leben,von dem ich handle, mir näher, teurer, erregender war, als meineigenes? Las nächste Erregendste, Eigenste ist kein "Stoff”;es ist die Person - und nicht danach angetan, eine künstleri-sche Gliederung von ihr zu empfangen. Fern sei es von mir,den Ernst der Kunst zu leugnen; aber wenn es ernst wird, ver-schmäht man die Kunst und ist ihrer nicht fähig. Ich kann nurwiederholen, dass Paragraphen und Sternchen in diesem Bucheein reines Zugeständnis an die Augen des Lesers sind, und dassich, wenn es nach mir ginge, das Ganze in einem Zuge und Atem,ohne jede Einteilung, ja ohne Einrückung und Absatz herunter-schreiben würde. Ich habe nur nicht den Mut, ein so rück-sichtsloses Lruckwerk der lesenden Welt vor Augen zu bringen.
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La ich ein Jahr mit Adrian in Leipzig verlebte, weiss ichauch, wie er die übrigen drei seines Aufenthaltes dort zu-brachte: der Konservatismus seiner Lebensweise lehrt es mich,der oft wie Starrheit anmutete und für mich etwas Bedrück-liches haben konnte. Nicht umsonst hatte er in jenem Briefseine Sympathie für das "Nichts wissen wollen", die Abenteuer-losigkeit Chopins ausgedrückt. Auch er wollte nichts wissen,nichts sehen, eigentlich nichts erleben, wenigsten nicht immanifesten, äusserlichen Sinn des Wortes; auf Abwechslung,neue Sinneseindrücke, Zerstreuung, Erholung war er nicht aus,und was besonders diese, die Erholung betrifft, so machte er
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