die Landung amerikanischer und kanadischer Truppen an derSüdost-Küste Siziliens, den Fall von Syrakus, Catania, Messina,Taormina zur Kenntnis und erfuhren mit einer Mischung ausSchrecken und Neid, mit dem durchdringenden Gefühl, dass wirweder im guten noch schlechten Sinn dazu fähig wären, wie einLand, dessen Geistesverfassung ihm noch erlaubt, aus einerFolge skandalöser Niederlagen und Verluste die nüchtern üb-liche Konsequenz zu ziehen, sich seines grossen Mannes ent-ledigte, um etwas später der Welt das zu gewähren, was manauch von uns verlangt, aber worein zu willigen die tiefsteNot uns viel zu heilig und teuer sein wird: die unbedingteÜbergabe. Ja, wir sind ein gänzlich verschiedenes, dem Nüch-tern-Üblichen widersprechendes Volk von mächtig, tragischerSeele, und unsere Liebe gehört dem Schicksal, jedem Schick-sal, wenn es nur eines ist, sei es auch der den Himmel mitGötterdämmerungsröte entzündende Untergang.
Das Vordringen der Moskowiter in unserer zukünftigen Korn-kammer, der Ukraine, und das elastische Zurückgehen unsererTruppen auf die Dnjepr-Linie begleitete meine Arbeit - odervielmehr, diese begleitete die Ereignisse. Seit einigen Tagenscheint die Unhaltbarkeit auch dieser Verteidigungsbarre er-wiesen, obgleich unser Führer, herbeieilend, dem Rückzug einmächtiges Halt gebot, das treffende Rügewort von der "Stalin-grad-Psychose" sprach und die Dnjepr-Linie um jeden Preis zuhalten befahl, Der Preis, jeder Preis, wurde erlegt, alleinvergebens; und wohin, wie weit die rote Flut, von der die Zei-tungen sprechen, sich noch ergiessen wird, ist unserer schonzu abenteuerlichen Ausschweifungen geneigten Einbildungskraftüberlassen. Denn ins Gebiet des Phantastischen und gegenalle Ordnung und Vorhersicht Verstossenden gehört es ja, dassDeutschland selbst zum Schauplatz eines unserer Kriege werdenkönnte. 7/ir haben das vor 25 Jahren im letzten Augenblickzu verhindern gewusst, aber unsere zunehmend tragisch-heroische