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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Tage ans Bett fesselte und die geistigen und körperlichenKräfte des Sechzigjährigen noch lange beeinträchtigte, so istes kein Wunder, dass aus Frühling und Sommer schon vorgeschrit-tener Herbst geworden ist, seit ich die ersten Zeilen dieserMitteilungen zu Papier brachte. Unterdessen haben wir dieZerstörung unserer würdigen Städte aus der Luft erlebt, diezum Himmel schreien würde, wenn nicht wir Schuldbeladenenes wären, die sie erleiden. Da aber wir es sind, ersticktder Schrei in den Lüften und kann, wie König Claudius* Gebet,"nicht zum Himmel dringen". Wie wunderlich nimmt sich dochauch das gegen diese von uns heraufbeschworenen Untaten er-hobene Kulturlamento im Munde derjenigen aus, die als dieKünder und Bringer einer weltverjüngenden, in Ruchlosigkeitschwelgenden Barbarei den Schauplatz der Geschichte betraten!Mehrmals rückte das schütternde, stürzende Verderben meinerKlause atembeklemmend nahe. Das fürchterliche Bombardementder Stadt Dürers und Wilibald Pirckheimers war kein weitentferntes Ereignis mehr*, und als das jüngste Gericht auchMünchen traf, sass ich bleich und wie die Wände, die Türen,die Fensterscheiben des Hauses bebend in meinem Studio und -schrieb mit zitternder Hand an vorliegender Lebensgeschichte.Denn diese Hand zittert ja ohnedies dabei, aus Gründen desGegenstandes, und so liess ich es mir nichts ausmachen, dassdie gewohnte Erscheinung durch das äussere Schrecknis nochein wenig verstärkt wurde.

Wir haben, sage ich, mit der Art von Hoffnung und Stolz,äie deutsche Kraftenfaltung uns erregt, den Anbruch einesneuen Sturmes unserer Wehrmacht gegen die russischen Hordenerlebt, die ihr unwirtliches, aber offenbar sehr geliebtesLand verteidigen, - einer Offensive, die nach wenigen Wochenin eine russische umschlug und seitdem zu nicht endenden,nicht aufzuhaltenden Geländeverlusten, um nur vom Geländezu reden, geführt hat. Mit tiefer Verblüffung nahmen wir

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