gefühl gibt denn auch immer wieder dem Gedanken Raum, dasssolche zwischeneinfallende Triumpfe, wie die neuen Versenkun-gen oder der an und für sich prächtige Husarenstreich derEntführung des gestürzten italienischen Diktators, nur nochdazu dienen können, falsche Hoffnungen zu erwecken und einenKrieg zu verlängern, der nach der Einsicht der Verständigennicht mehr gewonnen werden kann. Dies ist auch die Meinungdes Hauptes unserer Preisinger theologischen Hochschule,Monsignore Hinterpförtner, wie er mir beim Abendschoppenunter vier Äugen unumwunden eingestand, - ein Mann, der keineÄhnlichkeit hat mit dem leidenschaftlichen Gelehrten, um densich im Sommer der grässlich im Blut erstickte Münchner Stu-dentenaufruhr centrierte, aber dessen Weltverstand ihm keine
Illusionen erlaubt, auch die nicht, die sich an den Unter-
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schied klammert zwischen dem Nicht gewinnen und dem Verlie-ren des Krieges, also den Menschen die Wahrheit verschleiert,dass wir va banque gespielt haben, und dass das Fehlschlagenunseres Welteroberungsunternehmens einer nationalen Katastro-phe ersten Ranges gleichkommen muss.
Dies alles sage ich, um den Leser daran zu erinnern, unterwelchen zeitgeschichtlichen Umständen die Niederschrift vonLeverkühns Lebensgeschichte vonstattengeht, und ihn bemerkenzu lassen, wie die mit meiner Arbeit verbundene Aufregungständig bis zur Ununterscheidbarkeit in eins verschmilzt mitderjeniger., die durch die Erschütterungen des Tages erzeugtwird. Nicht von Zerstreutheit rede ich, denn mich von meinembiographischen Vorhaben abzulenken, vermögen, wie mir schei-nen will, die Geschehnisse eigentlich nicht. Dennoch, undtrotz meiner persönlichen Geborgenheit, darf ich wohl sagen,dass diese Zeiten der steten Förderung einer Aufgabe wie dermeinen nicht eben günstig sind. Und da überdies, gerade wäh-rend der Münchener Unruhen und Hinrichtungen eine mit Schüt-telfrost einsetzende Grippe mich befiel, die mich für zehn
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